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Angkor Pyramiden, historische Reichstempel der Khmer
Angkor hat zwei Arten von großen Monumenten (neben vielen kleineren Bauwerken). Einige ausgedehnte Tempelkomplexe bestehen aus Gebäuden auf Bodenniveau. Sie heißen Flachtempel. Banteay Samré aus der Angkor Wat Periode, Preah Khan und der "Dschungeltempel" Ta Prohm aus der Bayon-Periode sind die wichtigsten Beispiele. Aber die Baukonzepte der meisten groß dimensionierten Khmer-Tempel in Angkor sind dreidimensional. Ihre inneren Tempelbereiche sind auf höheren Ebenen errichtet als die äußeren. Angkor Wat ist dafür das perfekte Beispiel. Tempelkomplexe mit Kern-Strukturen auf erhöhten Plattformen werden oft "Tempelberge" genannt.

Manche dieser Momumente mit höheren Ebenen für die Hauptbauten sind auffällig steil, zum Beispiel Pre Rup, Ta Keo und Phimeanakas. Die Schemata mancher dieser aufsteigenden Monumente ähneln mesopotamischen oder mesoamerikanischen Stufenpyramiden. Darum gebraucht dieser Artikel den Ausdruck "Tempelpyramide" statt "Tempelberg", da diese Strukturen, mit der Ausnahme des Bakheng, nicht etwa Tempel auf natürlichen Erhebungen sind, sondern ein von Menschen geschaffener Hügel ist Teil der Konstruktion.

Manchmal wird das Wort "Pyramide" bei Bauwerken in Angkor nur in einem engeren Sinne benutzt. Dann wird nicht der ganze künstliche "Berg" eine "Pyramide" genannt, sondern nur ein bestimmter Teil davon. Zum Beispiel am Pre Rup gibt es zwei Ebenen unten und eine obere Ebene. Die letztere ist viel höher und klar abgehoben von den unteren Ebenen, und zwar durch eine steile und massive Laterit-Konstruktion mit steilen Treppenaufgängen an jeder Seite und unterteilt durch Zwischengeschosse, die aus schmalen Umwandlungsgängen bestehen. Nur diese steile gestufte Struktur, die das Podest für die oberste Plattform bildet, wird "Pyramide" im engen Sinne genannt. In einem weiteren Sinne ist der gesamte Tempel Pre Rup inklusive seiner unteren Plattformen eine Pyramide.

In diesem weiten Sinne des Worts gibt es 10 Tempelpyramiden in den Ebenen von Angkor plus einige kleinere Tempelhügel wie etwa die der Preah Pithu Gruppe. Die unten folgende Auflistung beschreibt sie in chronologischer Reihenfolge. Dies kann auch als eine kurze Geschichte der Angkor-Könige gelesen werden, denn neun dieser unten genannten Angkor-Pyramiden waren sogenannte "Reichstempel" von bestimmten Königen. Im Laufe der Jahrhunderte versuchten nämlich viele der jeweils späteren Könige, die architektonischen Rekorde ihrer Vorläufer zu übertrumpfen. Die Größen der Pyramiden und ihr Reichtum an Ornamentkunst nahmen zu, bis sie in dem erstaunlichsten Bauwerk Südostasiens gipfelten, dem Angkor Wat.

Neun Angkor-Pyramiden (oder zehn inklusive Prasat Prang in Koh Ker) waren "Reichstempel" im folgenden Sinne: Sie wurden von einem König erbaut und sie dienten königlichen Zeremonien. Sie waren nicht etwa Stätten alltäglicher Götterverehrung für das gewöhnliche Volk. Sie waren reserviert für offizielle Zeremonien, an denen die Würdenträger des Staates und die Angehörigen des Hofes teilnahmen. Sie dienten einem imperialen Zweck. Die Herrschergewalt des Königs war geheiligt durch eine enge Verbindung mit der des höchsten Gottes, der im Hauptheiligtum eines solchen Reichstempels repräsentiert war. Die Verehrung der göttlichen und der königlichen Macht waren an jenen Reichstempeln, die alle anderen Bauten überragten, vereint.  

Es ist hinlänglich bekannt, dass es indische Ursprünge der Khmer-Kunst gibt. Allerdings kopierten die Khmer nicht einfach indische Modelle in Architektur und Skulptur, sondern bildeten ihre eigenen Stile. Aber einige Merkmale der Religion und der bildenden Kunst haben bei den Khmer ihren Ursprung, ohne indisches Vorbild. Die Tempelpyramide ist so ein Merkmal, da es die wichtigsten hinduistischen Monumente in Kambodscha charakterisiert, aber nicht die in Indien. Sehr wahrscheinlich wurde die Tempelpyramide eingeführt, um ein spezifisches Khmer-Ritual weiterzuführen, das traditionell auf Hügeln und Bergen in den Ebenen zelebriert wurde. In dieser Hinsicht ähneln die Pyramiden oder Tempelberge der Khmer funktionell den mesopotamischen Ziggurats.

Nicht rein zufällig wurden die Erklärung der Unabhängigkeit von "Java" und die mutmaßliche Vereinigung der Khmer-Fürstentümer unter einem Imperator mit dem Titel "Chakravartin" sowie die Einführung eines Kults des "Devaraja" (Gottkönigs) - Akte Jayavarman II. 802, die als Gründung des künftigen Angkor angesehen werden -, auf dem Gipfel eines natürlichen Berges zelebriert, nämlich auf Phnom Kulen. In jener Zeit wurde Phnom Kulen Mahendraparvata genannt, d.h. "des großen Indras Berg". Erhebungen dienten auch in ganz Südostasien als Orte der Ahnenverehrung. Dementsprechend waren manche der Pyramiden Angkors nicht nur Reichstempel, sondern gleichzeitig königliche Ahnentempel. Übrigens unterscheiden sie sich in dieser Hinsicht von Maya-Pyramiden, die Hälfte jener mesoamerikanischen Pyramiden waren mehr als Tempel, sie enthielten Gräber. Angkors Pyramiden waren normalerweise keine Grabstätten, mit einer signifikanten Ausnahme: dem Angkor Wat. Die erste Pyramide Angkors wurde auf dem Gipfel des einzigen Hügels im Gebiet Angkors errichtet, Phnom Bakheng.

In den meisten Fällen war das Haupt-Kultobjekt eines Staatstempels ein bestimmter Linga, Phallus-Symbol für Schiwa. Jeder Reichstempel beherbergte seinen spezifischen Schiwa-Lingam als Hauptikone, üblicherweise ist der Name des Lingams eine Kombination des Königsnamens mit dem Schiwa-Titel "Ishvara", was "Herr der Welt" bedeutet. Dies drückte eine persönliche Identifikation dieses Lingams als Symbol göttlicher Macht und Fruchtbarkeit mit dem regierenden König als Bauherrn des Tempels aus. Der König sicherte die Stabilität und den Wohlstand des Landes aufgrund der Heiligkeit seiner Macht, die in diesem Reichstempel zelebriert wurde. Somit sind die Pyramiden Angkors die augenfälligen Manifestationen dieser religio-politischen Ideologie des Khmerreichs.
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Pyramiden

Bakong

Der Tempel Bakong liegt 13 km ostsüdöstlich von Siem Reap, bei dem Dorf namens Roluos. Der Bakong wurde von Indravarman I. errichtet und 881 eingeweiht. Indravarman I. ist der erste König der anbrechenden Angkor-Zeit, der inschriftliche Zeugnisse hinterließ und der zweifelsfrei ein nationaler Herrscher der Khmer oder sogar ein Imperator genannt werden kann, eines Gebiets, das er Kambuja-Desa nennt, d.h. Kambodscha-Land. Der ursprüngliche Name seiner Hauptstadt Roluos war Hariharalaya. "Harihara" ist eine hinduistische Gottheit, halb Schiwa, halb Vishnu, das Sanskritwort "alaya" bedeutet "Wohnstätte".

Indravarman I führte ein äußerst bedeutendes Element der Angkor-Zivilisation ein, indem er einen großen Stausee (Baray) anlegen ließ, er wurde Indratataka genannt. Schmuckvolle Türsturz-Reliefs an Indravarmans Ahnentempel Preah Ko wurden Vorbilder für die typische Tempeldekoration Angkors. Nicht zuletzt errichtete Indravarman I. den Bakong, den ersten Reichstempel, der einem Schiwa-Linga geweiht war. Es hieß Indreshvara. Darüber hinaus ist der Bakong Kambodschas erstes Hindu-Heiligtum mit einem massiven Unterbau in der Form einer Stufenpyramide. Viele weitere strukturelle Elemente dieses Tempels, so der ausgiebeige Gebrauch von Sandstein, Skulpturenschmuck, Basrelief-Technik, konzentrische Einfriedungsmauern umgeben von Wassergräben, Dämme mit Schlangenkörper-Geländern, wurden Merkmale der Monumente in Angkor. Der Bakong kann als der Prototyp der Angkor-Pyramide angesehen werden.

Der Bakong war ursprünglich von einem äußeren Wassergraben samt Einfriedung von 900 m Länge und 700 m Breite umgeben, aber nicht viel ist übrig von diesem begrenzenden Wall und Graben. Nur der innere Wassergraben (450m x 400m, 60m breit) ist gut erhalten und wirklich eindrucksvoll, selbst im Vergleich mit Angkor. Der Haupteingang ist der Damm vom Osten, eine zweite Rampe überquert den Graben im Westen. Der Damm ist dekoriert mit zwei siebenköpfigen Schlangen, Nagas genannt. Ihre riesigen Leiber bilden die Geländer, wie erwähnt ist dies eine Neuerung der Zeit Indravarmans, die für Angkor typisch wurde.

Im inneren Tempelhof (160m mal 120m) gibt es Reste von vier Eingangstoren namens Gopurams and den vier Kardinalpunkten, zwei Kapellen zu beiden Seiten der Tempelachse, des weiteren nahe des Ecken des Hofes sechs quadratische Gebäude mit Luftlöchern (die zwei im Westen sind in Trümmern), sowie drei länggestreckte rechtwinklige Bauten, die drei an der östlichen und südlichen Hofmauer sind aus der Regierungszeit Indravarmans I. Sie können als Vorläufer jener durchgehenden Tempelkorridore in Angkor angesehen werden, die Gallerien genannt werden, während die quadratischen Gebäude mit Lochgittern die ersten Beispiele für jene typischen Bauten (unbekannter Funktion) sind, die in Angkor "Bibliotheken" genannt werden.  

Die zwei langgestreckten Hallen parallel zur Achsenstraße sind spätere Hinzufügungen, was bezeugt, das der Bakong-Tempel nicht etwa verlassen lag, nachdem die Hauptstadt von Roluos nach Angkor verlegt worden war. Selbst heute befindet sich auf der gleichen Tempelinsel ein Kloster mit modernen Bauten.

Acht Ziegeltürme auf Plattformen, die den Haupt-Tempelberg symmetrisch umgeben, sind den acht Murtis genannten Aspekten Schiwas geweiht, nämlich Sonne, Mond, Erde, Wasser, Luft, Feuer, Äther und Atman. Ein ähnliches Arrangement findet sich später am Ost-Mebon. Die Wände dieser Satelliten-Tempel tragen Spuren von Stuckatur-Meisterwerken, die besterhaltenen sind an den westlichen Türmen. Türstürze und Türsäulen sind ebenfalls beachtenswert. Die schönsten Tür-Verzierungen sind die am Nordost-Prasat, aber der besterhaltenen Türstürze sind die an den westlichen Türmen.

Der Hauptbau ist natürlich die zentrale Tempelpyramide, aus Sandstein-Blöcken errichtet. Sie ist 67 m lang und 65 m breit und von einer Gesamthöhe von 14 m. Ungewöhnliche rechtwinklige Pavillon-Tore mit Schrägdächern Gabelenden sowie mit halbkreisförmigen Mondstein-Schwellen bilden den Durchgang zu den axialen Treppenaufgängen auf jeder Seite. Löwen bewachen die vier Treppenfluchten. Die oberen Etagen sind niedriger als die unteren, dabei handelt es sich um einen perspektivischen Trick, der die Pyramide höher erscheinen lässt als sie eigentlich ist.
 
Die fünf Ebenen repräsetieren die fünf Stifen den Bergs Meru mit ihren jeweiligen mythischen Bewohnern: Naga-Schlangenn, Garuda-Vögel, Rakshasa-Dämonen, Yaksha-Baumgeister beziehungsweise Deva-Göttern. Elefanten-Satuen blicken an den Ecken der drei unteren Ebenen nach außen. Auch ihre Größe verringert sich von Geschoss zu Geschoss.

Auf der vierten Ebene stehen zwöf Sandstein-Türmchen in regelmäßiger Anordnung, sie enthielten einst Lingas. Reste von figuralen Bas-Reliefs an den Wänden der obersten Stufe sind bemerkenswert als erste Beispiele von Steinreliefs der Khmer, die große Flächen bedecken. Nur ein Paneel an der Südseite, das Aschura-Dämonen zeigt, die gerade einen Kampf verlieren, ist in einem vergleichsweise guten Zustand.  

Der zentrale Prasat, der nun die Silhouette der gesamten Bakong-Pyramide dominiert, war eine spätere Ergänzung des 12. Jahrhunderts im Stil von Angkor Wat. Er ersetzte den zwischenzeitlich zerfallenen originalen Prasat. Nur Grundmauern sind vom ursprünglichen Prasat übrig. Es war dieses Heiligtum auf der Spitze der Pyramide, das das Haupt-Kultbild des neuen Reiches verwahrte, den Linga Indreshvara.
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Bakong

Bakheng

Indravarmans Sohn und Nachfolger Yashovarman I. (889 - ca. 910) stellte das Reservoir, heute ausgetrocknet, seines Vaters in Roluos fertig und errichtete den Inseltempel in seiner Mitte. Aber Yashovarman selbst verlegte die Hauptstadt von Roluos in das Gebiet, das als Angkor berühmt wurde, ein Name, der sich von dem Sanskritbegriff "nagara" für Hauptstadt ableitet. Damit kann Yashovarman I. als der Gründer von Angkor angesehen werden. In der Umgebung seiner neuen Hauptstadt legte er ein weit größeres Reservoir an als das in Roluos. Der sogenannte Ost-Baray, nun ausgetrocknet, blieb Angkors wichtigster Stausee während der nächsten anderthalb Jahrhunderte. Der ursprüngliche Name des Reservoirs war Yashodharatataka.

Es gibt nur eine natürliche Erhebung im Hauptgebiet der archäologischen Zone von Angkor. Sie heißt Phnom Bakheng. Yashovarman wählte diesen 60 Meter hohen Hügel als Mittelpunkt seiner neuen Hauptstadt namens Yashodharapura. Das ist der Grund, warum der Bakheng manchmal "das erste Angkor" genannt wird. Der Khmer-Name dieses Hügels war "Vnam Kandal", was "zentraler Berg" bedeutet. Er war von einer 4 Kilometer langen und breiten quadratischen Stadt umgeben, größer als das spätere Angkor Thom. Teile der äußeren Stadtwälle von Yashodharapura sind heute noch sichtbar. Und dieser erste Name für eine Stadt in diesem Gebiet, "Yahodharapura", der an den Gründerkönig Yashovarman erinnert, blieb für die Stadt, die wir heute Angkor nennen, durch das gesamte angkorianische Zeitalter in Gebrauch, bis ins 15. Jahrhundert.

Der moderne Name "Bakheng" wird bereits in einer historischen Post-Angkor-Inschrift von Theravada-Buddhisten erwähnt: "Bakheng" bedeutet "kräftig". Es mag eine Anspielung auf die ursprüngliche Funktion des Tempels als Heimstätte eines Schiwa-Phallus sein, also den Linga dieses Reichstempels. Nicht überraschend ist, dass es Linga Yashodeshvara hieß. Yasho bedeutet "Ruhm", dhara heiß "geben" oder "tragen", und Ishvara ist der Herr, üblicherweise Gott Schiwa. Diese erste Linga auf einer Pyramide in Angkor errichtete Lingam wurde 907 geweiht.

Am Fuß des Hügels gab es einen rechteckigen Wassergraben, 650 m in der Länge und 436 m in der Breite, nicht viel ist davon übrig. Drei Treppenwege führten auf den Gipfel vpn Osten, Westen und Norden. Die Basis der Ost-Treppe wird von zwei großen Löwenwächter-Figuren geschützt. Auf dem Gipfelplateau gibt es Buddha-Fußabdrücke und eine Backstein-Dagoba aus viel späterer Epochen.

Der Gipfel des Hügels wurde eingeebnet. Aber ein natürlicher Fels wurde als Kern einer fünfstufigen Pyramide genutzt. Die Pyramide wurde aus ihm herausgemeißelt und dann mit Sandstein verkleidet. Sie ist ein Quadrat von 76 m Breite an der Basis und 13 m hoch. Der zentrale Prasat-Turm auf der Spitze der dieser Bakheng-Pyramide schirmte den oben erwähnten Staats-Linga. Seine Wände sind mit exzellenten ornamentalen und figuralen Dekorationen bedeckt, Bakheng ist auch der Names des Kunststils dieser Periode.

Der zentrale Prasat war von vier weiteren Prasats an den Ecken der obersten Ebene umgeben. Ihre Fundamente können noch gesehen werden, aber in der Nach-Angkor-Zeit wurden die Steine dieser vier Türme tum Bau eines kolossalen sitzenden Buddhas verwendet, der heute nicht mehr existiert. Kunstbücher nennen eine Anordnung von fünf Gebäuden mit vieren an den Ecken und einem in der Mitte eine Quincunx, ein lateinisches Wort. Die Quincunx-Ordnung ist nicht exklusiv, aber typisch für Khmer-Tempel, insbesondere auf der Spitze von Reichstempeln wie z.B. Pre Rup, Ta Keo und Angkor Wat. Dieses typische Arrangement von fünf Prasat-Türmen wurde auf dem Bakheng eingeführt, "dem ersten Angkor". Die Quincunx symbolisiert den kosmischen Berg Meru, der Hindu-Mythologie zufolge hat er fünf Spitzen.  

Aber es gibt weitere Spekulationen über noch mehr kosmische Symbolik des Bakheng. Insgesamt 108 Prasats umgeben den Zentralturm, auf den Stufen der Pyramide und auf Bodenniveau. 108 ist eine heilige Zahl in indischen Religionen. Es ist 2 x 2 = 4 multipliziert mit 3 x 3 x 3 = 27. The Zahlen 4 und 27 symbolisieren die vier Mondphasen (Wochen) und die Zahl der Tage eines ganzen Mondzyklus. Auf jeder Zwischenebene stehen 12 Prasats, entsprechend den 12 Mondzyklen (Monaten) eines Jahres. Von der Seite betrachtet (von Osten oder Süden oder Westen oder Norden) kann man nur 33 Prasats auf einmal sehen, 33 wird traditionell als die Zahl der hinduistischen Hauptgötter angesehen.  

Im 16. Jahrhundert scheint der Bakheng restauriert worden und danach als Theravada-buddhistische Kultstätte gebraucht worden zu sein. Ein riesiges Buddhabildnis wurde auf die Spitze der Pyramide gesetzt, den alten Prasat noch überragend. Erstaunlicherweise hinterließen muslimische Pilger am Bakheng  eine Stele mit Inschriften in arabischer Sprache, die Allah preist. Im 20. Jahrhundert wurde sie in sichere Verwahrung gebracht. Der historisch sehr signifikante Tempel Bakheng war bis vor kurzem in einem schlechten Zustand, aber in den letzten Jahren erneuerten umfassende Restaurierungsmaßnahmen seinen alten Ruhm, sie sind immer noch im Gange.

Phnom Bakheng ist touristisch wohlbekannt als Angkors "Sonnenuntergang-Aussichtspunkt". Elefantenritte auf die Spitze des Hügels werden angeboten. Es gibt zwei Gründe, das Plateau am späten Nachmittag aufzusuchen. Von seiner Südostseite kann man die Türme des Angkor Wat eingebettet in den Dschungel sehen, wie sie von der Abendsonne angestrahlt werden. Danach kann man sich an den Westhang zum Sonnenuntergang begeben. Wenn Sie sehr viel Glück haben, wird die Sonne im Wasser des riesigen historischen Reservoirs namens West-Baray gespiegelt.
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Bakheng

Baksei Chamkrong

Baksei Chamkrong ist einfach zu finden, da es genau an der Basis des Phnom Bakheng liegt. Es war kein Reichstempel, aber es wird hier aufgeführt aufgrund seiner perfekten Pyramidenform. Baksei Chamkrong wird dem weniger wichtigen König Harshavarman I. (ca. 915-925) zugeschrieben, der Sohn und Nachfolger des Angkor-Gründers Yashivarman I. war. Baksei Chamkrong war vermutlich Harshavarmans Ahnentempel für seine Eltern. Baksei Chamkrong war ein Schiwa-Tempel, wie die meisten anderen Ahnentempel der Khmer auch.

Allerdings erwähnt die Tempelinschrift ein viel späteres Datum der Einweihung, nämlich den 23. Februar 948. Damit wäre es das erste Bauwerk, das unter dem viel bedeutenderen König und Tempelbauer Rajendravarman II. errichtet wurde, nachdem er die Hauptstadt von Koh Ker nach Angkor zurückverlegt hatte. Aber für gewühnlich wird Rajendravarman nur als Restaurator einer bereits vorhandenen Konstruktion des Baksei Chamkrong angesehen. Dementsprechend wird der Tempel dem Stil von Bakheng zugeordnet, also der Ära Yashovarmans und seiner Söhne. Andernfalls wird er für eine Mischung aus den Stilen von Bakheng und Koh Ker gehalten.

Es gibt die Spekulation, dass der gewählte Ort an der nordöstlichen Seite des Hügels Bakheng die Lage von Schiwas Wohnstätte Berg Kailasch widerspiegeln soll, denn der Kailasch befindet sich einigen Hindutraditionen zufolge nordöstlich des mythischen Weltbergs Meru. Es besteht kein Zweifel, dass der nahe Bakheng den Berg Meru symbolisiert.. Also könnte Baksei Chamkrong nahe Phnom Bakheng Berg Kailasch nahe bei Berg Meru repräsentieren.

Baksei Chamkrong ist eine sehr schön proportionierte Tempelpyramide. Sie beeindruckt mehr durch ihre Eleganz als durch ihre Größe. Da sie kleiner ist als die Pyramiden der Reichstempel, ist Baksei Chamkrong nur von einem einzigen Turm bekrönt statt von einer Quincunx. Baksei Chamkrongs vierstufige Pyramide mit 27 Meter an der quadratischen Basis, sie erhebt sich 13 Meter. Die Gesamthöhe mit dem Ziegelstein-Prasat ist 23 Meter. Diese Stufenpyramide ist die erste aus Lateritblöcken. Laterit ist ein weiches eisenreiches Gestein ähnlich Lehm, es wird in Blöcken aus dem Boden geschnitten. Es kann in seinem feuchtenn Zustand einfach bearbeitet werden, aber es härtet sehr aus, wenn es von Luft und Sonne berührt wird. Neben Sandstein und Ziegeln ist Laterit das typische Material, aus dem Angkors Tempel gemacht sind. Laterit lässt sich leicht erkennen aufgrund seiner porösen Textur und seines warmen rötlichen Farbtons.

Heute befindet sich ein liegender Buddha aus dem 16. jahrhundert innerhalb des Sanktums. Ursprünglich enthielt der Prasat, den Inschriften an seinen Türlaibungen zufolge, eine goldene Statue von Parameshvara als Repräsentation Schiwas, wahrscheinlich bildlich statt durch ein Linga. Die Inschrift ehrt frühere Könige, insbesondere den Reichsgründer Jayavarman II. (um 800). Sie erzählt einen berühmten Mythos von Kambuja-Desas (Kambodschas) Ursprüngen. Ein Eremit namens Kambu heiratete die schöne himmlische Prinzessin Mera. Sie gebar das Volk der Khmer. Der Name "Khmer" oder "Khemera" ist verkürzende Verschmelzung von "Kambu" mit "Mera".

Die Steinreliefs des Prasat-Turms von Baksei Chamkrong sind in einem guten Erhaltungszustand. Der Türsturz an der Osttür zeigt ein verbreitetes Motiv, Indra auf seinem dreiköpfigen Reittier namens Airavata (oder Eravan mit Thai-Namen). Dieses Sandstein-Relief ist beachtenswert für seine Details. In den Girlanden können Sie den elefantenköpfigen Gott Ganescha ausmachen, wie er auf seinem eigenen Rüssel reitet. Die blinden Türen sind ebenfalls mit Paneelen mit Rankenmotiven dekoriert. Es ist typisch für Steinreliefs der Khmer aus dem 10. Jahrhundert, dass sie Holzschnitzereien nachahmen.

Nicht viel ist übrig von dem Stuck-Dekor, der diesen Tempel einst überzog. Die augenfälligen Dächer in den Backsteinmauern, die ansonsten von bemerkenswerter Präzision sind, dienten einst als Halterung für den Kalkputz. Mit ziemlicher Sicherheit waren die Umrisse der Devatas, die man in den Ziegelmauern erkennt, einst mit damit bedeckt, um weit detailreicher Stuckbilder dieser Halbgöttinnen zu formen. Eine Devata ist ein weiblicher Schutzgeist von heiligen Stätten. Devatas tauchen in Epen der Hindus wie dem Ramayana und dem Mahabharata auf und auch in einigen buddhistischen Schriften.

Der Name "Baksei Chamkrong" ist, wie im Falle der allermeisten heute gebräuchlichen Tempelnamen in Angkor, nicht der originale. Der moderne Name bedeutet "Vogel mit schützenden Flügeln". Er bezieht sich auf die Legende von einem Khmer-König, der fliehen musste, als Angkor einst angegriffen wurde. Aber als an dieser Stelle ein großer Vogel vom Himmel herabflog und seine Flügel schützend um ihn schluig, wurde er dadurch davor bewahrt, von seinen Feinden gefangen zu werden.
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Prasat Prang (Prasat Thom, Koh Ker)

Koh Ker war unter Jayavarman IV. (928-942) and Harshavarman II. (943-944) kurzzeitig die Hauptstadt der Khmer. Jayavarman IV. war ein mächtiger Regionalherrscher, dem der Angkor-König schließlich unterlag. Jayavarman IV. wählte seine eigene alte Residenzstadt als neue Khmer-Hauptstadt und errichtete hier seinen Reichstempel Prasat Thom in Koh Ker. Der Pyramidenbau von Prasat Thomn heißt Prasat Prang.

Einer von Koh Kers historischen Namen war Lingapura, was "Linga-Stadt" heißt. Sehr wahrscheinlich war der inschriftlich erwähnte königliche Schiwa-Phallus namens Tribhuvaneshvara, was "Drei-Welten-Herr" bedeutet, auf der Spitze dieses Tempelbergs angebracht. Prasat Prang (Prasat Thom) wurde 921 geweiht. Der 35 m hohe Baukörper hat die Form einer perfekt regelmäßigen Stufenpyramide mit sieben Etagen. Dies ist das Khmer-Monument, das den Titel "Pyramide" zweifellos am ehesten verdient. Jedoch ist es nicht in Angkor. Für mehr Informationen besuchen Sie bitte unsere separate Seite zu Koh Ker.
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Baksey Chamkrong


Ost-Mebon

Der Ost-Mebon ist nicht wirklich ein Tempelberg. Er ist eine weniger steile Pyramide mit drei Ebenen. Ursprünglich war es eine künstliche Insel in Angkors Haupt-Stausee Ost-Baray. Das Bauwerki des östlichen Mebons ist ein halbes Jahrhundert hünger als der umgebende Baray. In der Zwischenzeit war Koh Ker die Hauptstadt gewesen. Nach der Rückverlegung der Hauptstadt nach Angkor entschied König Rajendravarman II. (944-968), auf der Insel des riesigen Ost-Baray den Mebon-Tempel zu errichten. Die Inschriften weisen darauf hin, dass der Bau dazu diente, die Kontinuität des Königtums in Angkor neu zu begründen.

Der Architekt des Mebon war Kavindrarimathana, der einzige Architekt Angkors, dessen Name uns überliefert ist.

Bauarbeiten begannen bereits 947. Gemäß der Gründungsinschrift wurde der Ost-Mebon am Freitag, den 28. Januar 953 um etwa elf Uhr vormittags eingeweiht. Der Tempel ist Schiwa und den Eltern des Königs gewidmet.

Die Basis des östlichen Mebon misst 126 m zu 120 m, mit einer Bootanlegestelle an jeder Seite. Wie im Falle anderer Tempel des 10. Jahrhunderts waren die Eingänge mit Holzdächern gedeckt. Nur die Lateritmauern und die Fensterrahmen und Säulen aus Sandstein sind noch vorhanden. Die Eingänge werden von je zwei sitzenden Löwenstatuen bewacht.

Die äußere Umfassungsmauer auf der ersten Ebene misst 108 m zu 104 m und ist aus Laterit gebaut. Sie hat viele Löcher, denn auf der Mauerkrone standen ursprünglich Sandsteinplatiken in Laternenform. Einige davon sind noch in situ. Die Speier der Drainage sind als Löwenköpfe gestaltet. Auf dieser ersten Ebene umgeben rechteckige Schreine für Pilger die oberen Plattformen. Sie werden manchmal "Gallerien" genannt, ovwohl sie lediglich frühe Vorläufer jener langen überdachten Gänge sind, die an späteren Tempeln Gallerien genannt werden. Wie bei den meisten Angkor-Tempeln ist die Ostseite etwas breiter als die Westseite, was auf eine Orientierung des Tempels nach Osten verweist.

Die Basis der zweiten Ebene misst 65 m zu 62 m. Das auffälligste Merkmal sind, auf beiden Ebenen, monolithische Elefantenstatuen in den Ecken.

Innerhalb der inneren Einfriedung stehen fünf sogenannte Bibliotheksgebäude an den Ecken (zwei im Südosten). Es gibt acht weitere kleine Backstein-Türme, die die oberste Plattform umgeben, in Paaren an den Kardinalpunkten. Sie symbolisieren die acht hinduistischen Wächtergötter der acht Himmelsrichtungen. Darüber hinaus enthielten sie acht Lingas. die die acht "Murtis" genannten Aspekte Schiwas repräsentieren: Himmelskörper Sonne und Mind, Elemente Erde, Wasser, Wind Feuer und Äther sowie nicht zuletzt die transpersonale ewige Seele, Atman.

Einige der Bibliotheken und Portalbauten auf dieser zweiten Ebene tragen gut erhaltene Türstürze mit erlesenen Reliefs. Das bemerkenswerteste Steinrelief befindet sich an der Ostseite des Westtores (an der Innenseite zur zentralen Plattform). Es zeigt den Löwen Narashinga (Narasimha), wie er den Dämonen Hiranyakashipu aufreißt.

Die oberste Plattform ist noch 3m höher und misst 30 m mal 30 m. Fünf Backsteintürme sind in einer Quincunx angeordnet. Insbesondere der Zentralturm hat exzellente Türsturz-Reliefs.

Dieser zentrale Prasat war Schiwa geweiht, er schirmte das Haupt-Linga. Der nordöstliche Turm war Vishnu und der südöstliche Brahma geweiht, die Hindu-Trinität komplettierend. Der nordwestliche Turm war König Rajendravarmans Mutter gewidmet, der südwestliche seinem Vater Mutter. Der Gründungsinschrift zufolge beherbergten die beiden letzteren Prasats Skulpturen von Schiwa bzw. Uma "in Ähnlichkeit zu Mutter und Vater" des regierenden Königs.

Jeder der fünf Türme hatte ursprünglich Lingam-Statuen auf Yoni-Sockeln. Wie bereits erwähnt, acht weitere Lingas waren in den acht kleinen Türmen, die den Innehof umgeben. Das Linga im Hauptheiligtum hieß Rajendreshvara, "Rajendra, Herr der Welt", was darauf hindeutet, dass der Ost-Mebon als eein Reichstempel diente, der die Verehrung des Gottes Schiwa, dem mächtigen Schutzherrn des Königs, mit der Anbetung der königlichen Ahnen verband. Allerdings ist es nicht völlig eindeutig, dass der östliche Mebon Rajendravarmans Reichstempel war, denn der selbe König ließ vom selben Architekten auch den Pre Rup erbauen, eine weit eindrucksvollere Pyramide. Vielleicht ist Rajendravarman damit der einzige Angkor-König, der in Wahrheit zwei Reichstempel unterhielt, den Ost-Mebon im Reservoir und den Pre Rup in der südlich angrenzenden Stadt.
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East Mebon

Pre Rup

Pre Rup ist die größte Khmer-Pyramide des ersten Jahrtausends. Sie markiert den Übergang von der vorklassischen zur klassischen Epoche der Khmer-Kunst. Pre Rup wurde 961 durch Rajendravarman II. (941-968) gegründet, wie bereits erwähnt. Rajendravarman II. ist einer der "großen Namen" unter den Angkor-Königen.

Der ältere Ost-Mebon war bereits ein Reichstempel für das Hauptsymbol des offiziellen Staatskults, das Schiwa-Linga, das den Namen des Königs trug: Linga Rajendreshvara. Das Linga auf Pre Rup heißt Rajendrabhadreshvara. Es gibt einen Gelehrtenstreit darüber, ob Pre Rup ein Reichstempel war wie die früheren Khmer Pyramiden Bakong in Roluos und Bakheng in Angkor, oder nicht viel mehr ein Bestattungstempel. Viele Anwohner glauben, Pre Rup war eine Art Grab für die Asche des Königs oder eine Gedenkstätte an dem Ort seiner Einäscherung. Selbst wenn Pre Rup König Rajendravarmans Totentempel sein sollte, hieße das nicht, dass er nicht auch sein Reichstempel hätte sein können. Khmer-Tempel hatten nicht auf einen einzigen Zweck begrenzt zu sein, zum Beispiel konnten sie Heiligtümer für Schiwa-Anbetung und gleichzeitig für Ahnenverehrung sein wie zuvor im Falle von Preah Ko oder Baksei Chamkrong oder dem Ost-Mebon.

Die Fundamente von Pre Rup sind aus Sandstein. Aber der warme rötliche Ton des Laterit dominiert dieses Mounment, Einfassungsmauern und die Stufen der Pyramide sind aus diesem porösen vulkanischen Gestein erbaut. Nur die Prasat-Türme und die zentralen Sektionen der Gopuram Portale sind aus Ziegeln.

Der Zentralturm beherbergte einst den oben erwähnten Linga Rajendrabhadreshvara, der Nordostturm eine Statue von Schiwa, der Nordwestturm eine Statue seiner gemahlin Uma, Der Südostturm eine Statue von Vishnu und der Südwestturm eine Statue von dessen Gemahlin Lakshmi. Der Schiwa geweihte Nordostturm trägt an seinen Türflanken eine Inschrift, die aus der Regierungszeit von Jayavarman VI. (ca. 1080 - 1107) stammt. Sie ist die einzige Quelle zu seiner Herrschaft in Angkor. Detailreiche und gut erhaltene Reliefs können immer noch an manchen Türstürzen dieser Prasats gesehen werden.

Es gibt einen ungewöhnlichen kleinen Kiosk in der Nordostecke. Das quadratische Bauwerk ist aus großen Lateritblöcken errichtet, das Dach, ebenfalls aus Laterit, ist gut erhalten. Der Innenraum ist nach allen vier Seiten hin offen. Die Grundungsstele wurde hier in der Nähe gefunden, aber nicht innerhalb dieses Kiosk. Die berühmte Inschrift von Pre Rup ist nicht mehr in situ. Ihre 298 Verse sind die längste Sanskrit-Inschrift im alten Kambodscha und in der ganzen Welt.

Neun langrechteckige Lateritbauten verlaufen parallel zu den Wänden der zweiten Einfassungsmauer, mit dem oben erwähnten Kiosk in einer Linie mit ihnen in der Nordostecke. Die Funktion jener länglichen Strukturen, die manchmal bereits Gallerien genannt werden, ist nicht genau bekannt. Sie markieren einen Übergang zu den durchgehenden äußeren Gallerien um Tempelhöfe herum, die am nächsten Reichstempel eingeführt werden, Ta Keo.
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Pre Rub

Ta Keo

In zeitgenössischen Inschriften heißt Ta Keo Hemagiri or Hemasringagiri, was "Berg mit goldenen Spitzen" heißt. Der moderne Name Ta Keo bedeutet "Turm aus Kristall".

Ta Keo war der Reichstempel von Jayavarman V. (968-1001), Sohn und Nachfolger Rajendravarmans II. Die Bauarbeiten begannen um 975, als der junge König erwachsen wurde und begann selbst zu regieren, nach einer Periode der Regierung durch andere Angehörige des Hofes. Eine Inschrift auf dem Pilaster des Osttores berichtet von der Gründung des Tempels. Wie die ehemaligen Reichstempel war Ta Keo Schiwa geweiht und nahm ein Linga auf, das Symbol göttlicher und königlicher Macht. Anders als andere Khmer-Pyramiden wurde Ta Keo nicht im Zentrum oder auch nur innerhaln einer neuen Königshauptstadt errichtet.

Ta Keo is kaum dekoriert, nur an der östlichen Fassade gibt es eiinige beschädigte Steinreliefs mit floralen Mustern. Das völlige Fehlen von Skulpturenschmuck und Türsturzreliefs ist überraschend. Die übliche Erklärung für diese Besonderheit ist, dass Ta Keo unvollendet blieb, obwohl viele aufeinander folgende Könige die Bauarbeiten fortsetzten oder Restaurierungen an diesem Monument vornahmen.

Ta Keo ist von einem Wassergraben umgeben, der nun teilweise ausgetrocknet ist. Die äußere Tempelmauer, die ein 122 Meter langes und 106 m breites Rechteck bildet, ist nicht auf Bodenniveau wie sonst üblich, sondern an der Kante der ersten Etage der Pyramide. Dies hinterlässt geradezu den Eindruck einer Festung. Die Pyramide von Ta Keo ist 21,5 m hoch. der weniger steile östliche Treppenaufgang hat immer noch einen Gradienten von 55 Grad und ist nicht einfach zu besteigen. Der Zentralturm erreicht eine Gesamthöhe über Bodenniveau von 45 Metern. Alle fünf Türme stehen auf kreuzförmigen Terrassen und sind, was eine Neuerung darstellt, nach allen vier Himmelsrichtungen geöffnet durch Vorhallen. Darum gibt es in diesem Falle keine Scheintüren an den äußeren Prasatwänden (sie finden sich nur in den Winkeln des Zentralturms).

Der majestätische Ta Keo ist der erste Tempel, der komplett aus Sandstein errichtet ist. Enorme Blöcke wurden von den 30 km entfernten Steinbrüchen am Phnom Kulen hierher geschafft. Ihre Genauigkeit ist um so erstaunlicher, als diese Grauwacke, ein quarz-feldspatischer Sandstein, sehr schwer zu bearbeiten ist.

Darüber hinaus ist Ta Keo der erste Angkor-Tempel mit durchgehenden Gallerien statt einer Reihe von langrechteckigen Gebäuden. Interessanterweise sind diese zigelgedeckten Gallerien von Ta Keo ohne Türen, sie scheinen rein dekorativ zu sein. Gallerien wurden ein Hauptmerkmal späterer Khmertempel, insbesondere der drei größten Reichstempel, Baphuon, Angkor Wat und Bayon.

Somit führte Ta Keo eine Kombination dreier klassischer Elemente der imperialen Khmer-Architektur ein: ansteigende Ebenen, Einfriedungen mit Gallerien und fünf Prasattürme angeordnet in einer Quincunx.
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Ta Keo

Phimeanakas

Phimeanakas ist ein vergleichsweise kleine, aber sehr steile Tempelpyramide, 35 m lang und 28 m breit und 12 m hoch. Sie steht innerhalb des Geländes der Königspalastes. Trotz seiner weniger imposanten Größe diente Phimenakas als Staatstempel eines der wichtigsten Khmer-Könige, nämlich Suryavarmans I, der fast ein halbes Jahrhundert lang regierte, am Beginn des zweiten Millenniums. Allerdings wurde der Bau des Phimeanakas bereits in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts im Khleang-Stil begonnen, doch nachfolgende Könige nahmen Veränderungen vor.

Der heutige Name "Phimeanakas" bedeutet "Palast der Lüfte". Er bezieht sich auf eine Legende, die der chinesische Reisende Zhou Daguan erzählte. Jede Nacht habe der Angkor König auf die Spitze klettern müssen, um eine Nagini zu besuchen, eine weibliche Schlangengottheit. The Nagini verwandelte sich dazu in eine Frau. Der König habe mit ihr Schlafen müssen, bevor er sich zu seinen Gemahlinnen und Konkubinen begab. Sonst hätte großes Unheil das Reich heimgesucht. Ähnliche Mythen von sexuellen Ritualen zwischen Herreschern und Göttinnen zur Sicherung der Fruchtbarkeit des Landes sind aus vielen antiken Kulturen aus aller Welt bekannt, und sie wurden oft auf der Spitze von Tempelpyramiden zelebriert.

Phimeanakas is großenteils ein Lateritbauwerk, mit manchen Sandstein-Elementen. Es gibt nicht viele Gravuren an diesem Tempel. Die axialen Treppenaufgänge, an allen vier Seiten, sind flankiert von Löwenfiguren. Elefanten waren an den Ecken der Ebenen, aber die meisten von ihnen sind schlecht erhalten. Die Treppen sind extrem steil, für Besucher ist eine Holztreppe an der Westseite ergänzt worden. Auf der Spitze gibt es kleine Sandstein-Gallerien und Reste eines erhöhten Heiligtums, beides wahrscheinlich spätere Hinzufügungen.

Eine Inschrift am Phimeanakas aus dem 12. Jahrhundert erwähnt den feindlichen König von Champa, Jaya Indravarman IV., der ein Usurpator war. Es gelang ihm Angkor einzunehmen, indem er 1177 vom See Tonmle Sap aus auf Booten angriff. Die Inschrift berichtet, dass derselbe König, "vermessen wie Ravana", Angkor bereits 1170 mit einer Armee angegriffen hatte. Die wichtige Phimeanakas-Inschrift K.485 enthält Details über die Rolle von Jayavarman VII. - jenem späteren buddhistischen König, der Angkor Thom gründete - während der Zeit des Bürgerkriegs innerhalb des Khmerreichs und der damit zusammen hängenden Cham Invasion.
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Phimeanakas

Baphuon

Der Baphuon nahe dem Königspalast wurde 1060 unter König Udayadityavarman II. vollendet. Sein neuer Staatstempel war, wie alle bisherigen Staatstempel der Angkor-Ära, Schiwa geweiht, der in der Form eines Linga in dem zentralen Schrein auf der Spitze des Tempelbergs verehrt wurde. Zu seiner Zeit war der Baphuon Asiens größter aus Haustein errichteter Tempelbau (da der noch größere Borobudur auf Java kein reines Bauwerk ist, sondern ein natürlicher Hügel, der ummantelt wurde.

Die ursprüngliche Höhe des Baphuon ist unbekannt, weil der zentrale Turm bereits nach wenigen Jahrhunderten völlig einstürzte. Im 15. oder 16. Jahrhundert wurden seine Steine wiederverwendet, um eine 9 m hohe und 70 m lange Kolossalfigur eines liegenden Buddha an der Westfassade des Tempels anzubringen. Aber noch im späten 13. Jahrhundert hatte der chinesische Gesandte Zhou Daguan (Chou Ta-Kuan) den originalen Staatstempel gesehen, er nannte ihn den "Bronzeturm". Er war schätzungsweise 50 m hoch. Heute sind es noch 34 m.

Die Ummauerung des äußeren Hofs des Baphuon ist aus Sandstein statt Laterit errichtet, was recht ungewöhnlich ist. Seine rechteckige Form, 125 m breit und 425 m lang, ist außerordentlich langgestreckt. Der grund dafür könnte eine spätere Erweiterung nach Osten sein, die dazu diente, den Hofeingang auf eine Linie mit der Elefantenterrasse und anderen Gebäuden am Königsplatz der neuen Hauptstadt Angkor Thom zu bringen (um 1200). Die Verbindung zwischen dem Osttor und dem Haupttempel bildet ein 200 m langer steinerner Dammweg, der Holzbrücken der  Khmer ähnelt, er wird von drei Reihen von runden Säulen getragen.

Nach Durchschreiten des zweiten Gopuram Gebäudes, das einst der originale Osteingang war, erreicht der Besucher die fünfstufige Pyramide, an der Basis ist sie 130 m lang and 103 m breit. Die erste, dritte und vierte Ebene sind mit konzentrischen Sandstein-Galerien umgeben.

Der Baphuon hat sehenswerte Steinreliefs, insbesondere auf der dritten Ebene. Die meisten von ihnen illustrieren Szenen aus dem Mahabharata und Ramayana. Das ist eine überraschende Motivwahl für einen Schiwatempel, da beide indischen Epen von menschlichen Avataren des Gotts Vishnu handeln. Erzählerische Reliefs tauchten bereits zwei Jahrhunderte zuvor auf am Staatstempel in Roluos, dem Bakong, aber nicht von solchen Dimensionen. In Angkor ist der Baphuon der erste Staatstempel mit solche szenischen Reliefs. In dieser Hinsicht kann er als der Prototyp für die berühmten Mahabharata- und Ramayana-Illustrationen in den Gallerien des Angkor Wat gelten. Ein interessante Eigenheit am Baphuon sind Basreliefs von recht naturalistisch dargestellten Tieren, Jagdszenen und Darstellungen alltäglichen Lebens, alle in kleinen quadratischen Feldern abgebildet.   

Der Baphuon, bei weitem der größte Khmer-Tempel vor dem Bau des Angkor Wat, stürzte bereits im späten Mittelalter ein. In den vergangenen Jahrzehnten wurde er berühmt als der Welt größtes Steinpuzzle und ein Meisterstück von Restauration. 300.000 Steinblöcke waren an ihren Originalstellen wiederzuverwenden. Diese enorme Aufgabe wurde zusätzlich erschwert, weil nach der völligen Zerlegung des Monuments die archäologischen Aufzeichnungen über die Originalpositionen der Steine während der Pol-Pot-Zeit verloren gingen (vielleicht aufgrund absichtlicher Zerstörung) Nach vielen Verspätungen wurde der Baphuon schließlich im Kuli 2011 von Kambodschas König und dem französischen Premierminister wiedereröffnet. Seitdem ist der Baphuon Tempel eine Hauptattraktionen von Angkor.
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Angor Wat

Suryavarman II (1113-1150), einer der mächtigsten Khmer-Herrscher, errichtete das Angkor Wat innerhalb eines Zeitraums von nur 30 oder 40 Jahren. Darum muss die Erbauung des Angkor War als eine Meisterleistung an logistischer Organisation und Koordination der Arbeiten angesehen werden. Bekanntlich haben spätere europäische Kathedralen, die von geringerer Größe sind, mehrere Generationen oder sogar Jahrhunderte an Bauarbeiten zu ihrer Fertigstellung benötigt.

Angkor Wats ursprünglicher Name ist Vrah Vishnuloka, "Heilige Vishnu-Stätte". Angkor Wat war der erste Staats- oder Reichstempel,d er Vishnu geweiht wurde, was auf einen neuen Staatskult hindeutet, obwohl Suryavarman II. auch Schiwa-Tempel errichten ließ. Sehr wahrscheinlich diente Angkor Wat nicht nur als Suryavarmans Staatstempel, sondern ebenfalls als sein Grabtempel, obwohl ein Grabraum für eine Urne oder eine Kremationsstätte bislang nicht entdeckt wurde. Darum bezweifeln viele, dass die unorthodoxe West-Orientierung Angkor Wats einer Sepulkral-Funktion zuzuschreiben ist. Aber es gibt einen noch deutlicheren Beleg für den Bestattungszweck: Zum sinnvollen Verständnis der riesigen Reliefbänder entlang der äußeren Galerie muss man sie im Gegenuhrzeigersinn abschreiten. Umwandlung von Hindu-Heiligtümern erfolgt aber immer im Uhrzeigersinn, im Gegenuhrzeigersinn werden Umschreitungen nur bei hinduistischen Grabriten vorgenommen.

Das Angkor Wat ist natürlich der bedeutendste Reichstempel der Khmer, eine genauere Beschreibung von Kambodschas Wahrzeichen findet sich auf unserer angemessenen eigenen Unterseite namens Angkor Wat.
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Bayon

Der Bayon war der Staatstempel von König Jayavarman VII. (1181 - ca. 1218), der den Buddhismus als neue Herrschaftsreligion einführte. Jayavarman VII. war der Begründer der neuen Hauptstadt, die heute Angkor Thom genannt wird. Vier gerade Straßen, die an vier von Angkor Thoms fünf Stadttoren an den Kardinalpunkten der Stadt beginnen, führen auf den Bayon-Tempel in der Stadtmitte zu. Es ist der letzte Staatstempel, der in Angkor errichtet wurde, und der einzige Staatstempel der Khmer, der buddhistisch ist.

Bemerkenswerterweise hat der Bayon keinne äußeren Einfassungsmauern. Die Stadtmauern von Angkor Thom können darum als die äußere Einfriedung des Tempels angesehen werden. Das bedeutet: Die gesamte neun Quadratkilometer große Stadt Angkor Thom war eigentlich ein Tempel. Diese Interpretation erscheint weniger befremdlich, wenn man in Betracht zieht: In Indien sind Tempel oft ganze Städte mit Markt- und Wohnbereichen. Und bevor der Bayon von Angkor Thom erbaut wurde, hatten umfassten die Gelände des Angkor Wat und des Flachtempels Preah Khan  bereits ebenfalls Residenzbereiche. Darum ist das Konzept eines Tempels, der eine Stadt einschließt, kein all zu ungewöhnliches.

Angkor Thom und der Bayon sind berühmt fpr die enigmatischen Buddhagesichter an den Türmen der Stadttore und des zentralen Tempelbaus. Eine gewisse Ähnlichkeit dieser kolossalen Gesichter mit anderen Statuen Jayavarman VII. hat manche Gelehrte den Schluss ziehen lassen, dass diese Gesichter-Reliefsden König selbst darstellen. Der renommierte Angkor-Gelehrte George Coedés stellte die Theorie auf, dass Jayavarman VII. in der Tradition stand mit der Verehrung hinduistischer Khmer-Monarchen als Gottkönige, sogenannter Devarajas. In diesem Falle würde die Selbstporträtierung als Buddha oder Bodhisattva den Höhepunkt von Vergöttlichung eines Königs bilden. Aber die Bedeutung der Devaraja-Verehrung ist kontrovers. Die meisten Wissenschaftler sind nicht der Auffassung, dass der Devaraja der als Gott verehrte König war. Sondern der Devaraja scheint ein König unter den Göttern gewesen zu sein, mit denen der menschliche Khmerkönig nur eng verbunden war, aber mit dem er nicht identisch war. Wie dem auch sei, während die meisten Vorgänger Jayavarmans VII. sich als mit Schiwa oder, im Falle Suryavarmans II., mit Vishnu assoziiert sahen, hat der buddhistische König Jayavarman VII. sich in dieser Traditionslinie als engstens verbunden oder sogar identisch mit einem Buddha oder Bodhisattva begriffen.

Für eine eingehendere Beschreibung der architektonischen Struktur des Bayon-Tempels lesen Sie bitte unsere Unterseite über Angkor Thom.

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