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Kambodschas Geschichte

Aufgezeichnete Geschichte begann in Kambodscha mit der Einführung kultureller Elemente aus Indien. Das Funan-Reich im Südosten des heutigen Kambodscha, eine Zwischenstation auf den Seehandelsrouten zwischen dem Westen und China, war einer der ersten indisierten Staaten Südostasiens. Funan blühte zwischen dem 1. und 6. Jahrhundert. Die folgende Ära von Khmer-Fürstentümern, Chenla genannt, sah eine Verschiebung des Machtzentrums zu den Agrargebieten in den inländischen Flussebenen. Zu Beginn des 9. Jahrhunderts verlagerte sich das Machtzentrum weiter nach Westen, in die Ebenen am fischreichen größten See Südostasiens, dem Tonle Sap. Von dort aus soll Jayavarman II. im Jahre 802 Kambodscha vereinigt haben, berichten Inschriften aus dem 11. Jahrhundert. Eine große Stadtanlage bestand in dieser Zeit tatsächlich auf dem Phnom Kulen, wo Jayavarman II. diesen Inschriften zufolge die Reichsgründung ausgerufen haben soll. In den Ebenen zu Füßen des Phnom Kulen wurden dann im weiteren Verlauf des 9. Jahrhundert erst Roluos und im 10. bis 15. Jahrhundert Angkor die Hauptstädte und Mittelpunkte einer agrarischen Zivilisation, die die eindrucksvollste Tempelstadt der Welt hinterließ. Angkor bildete damals eine Siedlung von einer räumlichen Ausdehnung, wie sie von Städten in Europa erst im Zeitalter der Industrialisierung erreicht wurde. Nach der Blütezeit Angkors konvertierte in der Spätphase dieser Epoche das Volk der Khmer zeitgleich mit den benachbarten Thai im 13. und 14. Jahrhundert zum Theravada-Buddhismus.

Im 16. bis 19. Jahrhundert war das kambodschanische Königreich kaum mehr als eine Schachbrettfigur in den Machtkämpfen zwischen Siam (Thailand) und Vietnam. King Norodom akzeptierte schließlich die Franzosen als Schutzmacht, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde Kambodscha ein Teil Französisch Indochinas. Das Land errang nach dem Zweiten Weltkrieg die Unabhängigkeit auf dem Verhandlungsweg, im Zuge der militärischen Niederlage der Franzosen in Vietnam.

Kambodscha wurde zu Beginn der 70er Jahre ein Opfer des amerikanischen Vietnamkriegs, durch Bombenangriffe verloren 600.000 Zivilisten ihr Leben, so viele wie in deutschen Städten im Zweiten Weltkrieg. Danach kamen zwischen 1975 und 1978 weitere 1 bis 3 Millionen Kambodschaner zu Tode unter dem nationalistisch-abgeschotteten und ideologisch am Maoismus orientierten Regime von Pol Pot. Viele der Opfer wurde erschlagen, der Großteil starb an den Folgen von Hunger und mangelnder medizinischer Versorgung. Kambodscha verlor in den 70er Jahren insgesamt mehr als ein Viertel seiner Bevölkerung. 

Vorgeschichte

Obwohl es wenige archäologische Belege dafür gibt, ist es wahrscheinlich, dass Kambodscha an den prähistorischen Entwicklungen teilhatte, die den Großraum Südostasien insgesamt kennzeichnen. Es gab mehrere und sich jeweils nur allmählich vollziehende Einwanderungen von Nord nach Süd, und zwar von verschiedenen ethnischen Gruppen.

Die ersten Einwanderer, deren Kulturen bis in die Gegenwart reichen, waren australoide, weddide und melanesoide Jäger und Sammler. Ihre mesolithische Kultur wird Bacsono-Hoabinhian genannt. Merkmal ihrer Artefakte ist, dass Steinwerkzeuge nur an einer Seite bearbeitet sind. Solche Artefakte wurden in Zentralvietnam, Nordlaos, Thailand, Malaysia und den Ostküsten Sumatras gefunden. Diese Menschen benutzten Einbaum-Boote. Die heutigen Bergstämme der Sajai und Senoi auf der malaiischen Halbinsel sind wahrscheinlich deren Nachkommen. Mesolithische Steinwerkzeuge der Hoabinhian-Kultur aus dem 7. vorchristlichen Jahrtausend und frühe neolithische Keramik aus dem 5. Jahrtausend wurden in der Höhle Laang Spean in der Provinz Battambang im Westen Kambodschas ausgegraben.

Spuren der neolithischen Ovalbeil-Kultur, die am besten im nordwestlichen Myanmar und auf manchen indonesischen Inseln belegt ist, sind in Kambodscha ebenfalls gefunden worden. Diese Ovalbeil-Kultur wird mit dem frühen Gebrauch von aus Planken gezimmerten Booten in Verbindung gebracht. Die Enteilung der prähistorischen Kulturen nach ihren Beil-Formen stammt übrigens von dem ersten namhaften deutschsprachigen Repräsentanten der Südostasienwissenschaft, dem Wiener Völkerkundler Robert von Heine-Geldern. Ihm zufolge prägte die Ovalbeil-Kultur insbesondere Völker auf Papua-Neuguinea und in Melanesien.

Das Ausbreitungsgebiet der neolithischen Vierkantbeil-Kultur Südostasiens stimmt ungefähr mit dem Verbreitungsraum der austronesischen Sprachen überein. Austronesier, auch Malayo-Polynesier genannt, wanderten seit dem 3. Jahrtausend vor Christus vom südöstlichen China aus in Südostasien ein. Austronesier sind als Seefahrer berühmt, ihre Sprachen verbreiteten sich von Taiwan im Norden nach Madagaskar im Westen und Polynesien im Osten, bis zu den Osterinseln. In Festland-Südostasien sind die Cham, die während der Angkor-Epoche östliche Nachbarn und lange Zeit Hauptrivalen der Khmer waren, Teil dieser Sprachfamilie. Cham leben bis heute in Vietnam und Kambodscha, nunmehr als wichtigste muslimische Minderheit, in Kambodscha darum auch "Khmer Islam" genannt.


Noch eine weitere Gruppe von Sprachen erreichte Südostasien in jenen vorchristlichen Jahrtausenden, nämlich die austroasiatischen Sprachen. Sie werden insbesondere von den thailändisch-myanmarischen Mon und den kambodschanischen Khmer gesprochen. Heute ist das Vietnamesische die bedeutendste austroasiatische Sprache.

Archäologische Belege sprechen dafür, dass Regionen Kambodschas im Laufe des 2. Jahrtausends vor Christus von einer neolithischen Kultur besiedelt waren. Schädel und menschliche Knochenfunde bei Samrong Sen nahe Udong stammen von 1500 v. Chr. Diese Kultur scheint Reis angebaut zu haben. Ihre Werkzeuge weisen sie als exzellente Holzschnitzer aus.

Bronzearbeiten wurden in den nördlichen Teilen Südostasiens seit dem 2. Jahrtausend v. Chr. gefertigt. Bronzene Artefakte einer sehr hohen Handwerkskunst aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. stammen von der sogenannten Dongson-Kultur, deren Ausgangspunkt im heutigen nördlichen Vietnam lag. Eisen, hauptsächlich in Nordost-Thailand gefunden, wurde gleichzeitig produziert, aber in geringerem Maße. Völker der Dongson-Kultur waren in Handel involviert und sehr geübt im Bootsbau und in der Navigation. Sie reisten über große Entfernungen und verbreiteten ihre Bronzewaren im riesigen polynesischen Raum und Namen von Maßen und Gewichten bis nach Indien und China. Boote aus Südostasien kamen also gewiss bereits in Indien an, lange bevor Inder selbst begannen, den Golf von Bengalen zu überqueren.

 

Als die Südostasiaten später indische Kulturelemente übernahmen, waren sie keineswegs rein passive Empfänger, sondern Initiatoren dieses Kultur-Transfers und dann schöpferisch im Umgang mit den indischen Traditionen. Die Südostasiaten selbst waren es anfangs, die indische Spezialisten für Ritualwesen, Administration und Handel einluden. Die bis heute gebräuchlichen Buchstaben der Myanmaren (Burmanen), Thai und Khmer leiten sich alle von den damals eingeführten indischen Schriftsystemen ab. Bei der Übernahme indischer Kulturelemente wurden diese aber gemäß bereits bestehenden eigenen Traditionen Südostasiens stark modifiziert und angepasst. Kaum aufgeschlossen waren die Südostasiaten für das indische Kastensystem. Der bedeutendste französische Asien-Gelehrte, George Coedès, listete die folgenden Merkmale auf, die weiterhin südostasiatische Kulturen prägten, teils bis heute:

 

  • Fähigkeiten der Navigation,
  • Bedeutung der matrilinearen Abstammungslinie
  • Animismus,
  • Ahnenverhehrung,
  • Platzierung von Heiligtümern auf natürlichen Erhebungen,
  • Beisetzungen in Krügen oder an Dolmen,
  • mythologischer Dualismus von Berg versus Meer und geflügelter Wesen gegen Meeresgottheiten

Hinzufügen könnte man, dass die Ausdifferenzierungen unter den indischen Religionsformen - insbesondere die Rivalitäten zwischen Buddhismus und brahmanischem Vishnuismus und Shivaismus - in allen Teilen Südostasiens in Kult und Lehre eine weit geringere Rolle spielen als in Indien selbst. Dass andererseits eine Differenz zwischen Schriftreligion der Eliten und der Alltagsreligiosität der Landbevölkerung noch stärker ausgeprägt blieb als in Indien, ist in obiger Liste mit dem Schlagwort "Animismus" gemeint.  

Sehr wahrscheinlich waren diese genannten Elemente, die auch nach der Indisierung fortwirkten, bereits von jenen austronesischen und austoasiatischen Völkern eingeführt worden, die in Südostasien seit dem dritten vorchristlichen Jahrtausend siedelten. Eines von ihnen waren wie gesagt die Khmer.

 

Funan

Das Volk der Khmer war unter den ersten in Südostasien, die religiöse Ideen und politische Institutionen aus Indien übernahmen. Das früheste bekannte Königreich der Region, Funan, blühte ungefähr vom 1. bis zum 6. Jahrhundert als bedeutendster Zwischenhändler zwischen Indien und China. Sein wichtigster Seehafen Oc Eo im heutigen Vietnam, nahe der kambodschanischen Grenze, lag wenige Kilometer von der Küste entfernt. Es war eine urbane Agglomeration von enormen Ausmaßen, die Bewohner lebten in Pfahlbauten entlang kleinen Kanälen. Es wird angenommen, das Oc Eo der Hafen Kattigara war, der beim antiken Geographen Ptolemäus Erwähnung fand. Römische Münzen von Antoninus Pius und Marc Aurel wurden im Gebiet von Oc Eo gefunden. Sanskrit-Inschriften in Ringen, ausgeführt in Brahmi-Buchstaben, belegen die Existenz einer Hinayana-buddhistischen Schulrichtung in dieser Region bereits für das 2. Jahrhundert. Oc Eo scheint an einem strategisch wichtigen Kreuzungspunkt eines Kanalsystems gelegen zu haben, das den Golf von Siam mit dem Mekong-Raum verband. Einer der Kanäle führte von Oc Eo nach Angkor Borei in der heutigen kambodschanischen Provinz Takeo. (Dieses Angkor Borei hat geographisch mit dem späteren Angkor in der heutigen Provinz Siem Reap nichts zu tun). Angkor Borei nahe dem Hügel Phnom Da scheint die inländische politische Hauptstadt Funans während seiner Glanzzeit gewesen zu sein, aber zuvor waren dies bereits Ba Phnom und Banam in der heutigen Provinz Prei Veng.

Der erste schriftliche Bericht über Kambodscha stammt aus dem 3. Jahrhundert, verfasst von Kang Tai und Zhu Ying, die Gesandte der chinesischen Han-Kaiser waren. Der Wortlaut ihrer originalen Schriften ging verloren, aber sie fanden Verwendung in überlieferten Quellen aus dem 5. Jahrhundert. Kang Tai und Zhu Ying beschrieben eine Agrargesellschaft, die in der Metallurgie sehr kundig war. Sie nannten die Khmerherrscher "Fan". Die chinesischen Chroniken erwähnen, der Funan-König Fan Shih-man sei zu Beginn des des 3. Jahrhunderts ein großer Eroberer in Südostasien gewesen.

Tatsächlich spätestens seit dieser Zeit kontrollierte Funan den weit entfernten Isthmus von Kra im Süden des heutigen Thailand. Diese engste Stelle der malaiischen Halbinsel wurde damals auf der "Seidenstraße des Meeres" benutzt, um Waren vom bengalischen Meer über die Landenge an den Golf von Siam zu transportieren. So konnte der lange Seeweg um die malaiische Halbinsel abgekürzt und die durch Piraten gefährdete Straße von Malakka gemieden werden. Funan profitierte nicht nur durch Zölle von dieser Überland-Etappe, sondern durch Bereitstellung von Nahrungsmitteln und Unterkünften für die Händler und auch durch Beisteuerung eigener südostasiatischer Handelsgüter. 

Fan Shih-mans Neffe und Nachfolger Fan Chan schickte laut Kang Tais und Zhu Yings Bericht in der Jahrhundertmitte Gesandtschaften nach Indien und China, der chinesische Kaiser erhielt von ihm Statuen und sogar Tänzer. Kang Tai und Zhu Ying erwähnen außerdem indirekt, dass die Buchstaben, die in Kambodscha in Gebrauch waren, denen Indiens ähnelten, die sie aus Zentralasien kannten, wo sie von Händlern auf der Land-Seidenstraße verwendet wurden.

Seit dem 5. Jahrhundert trugen Khmer-Herrscher indische Namen, oft mit der Endung "-varman", die "geschützt" bedeutet. Rudravarman ist der Name des berühmtesten und letzten bedeutenden Königs von Funan, er regierte in der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts. In der chinesischen Chronik namens Liang-Geschichte wird er als Usurpator angesehen, geboren von einer Konkubine. Zwischen 517 und 539 sandte Rudravarman mehrere Delegationen an den kaiserlichen Hof in China.

Manche Traditionen Funans, insbesondere die Kulte um heilige Berge und Gründungsmythen mit einer Schlangen-Prinzessin, wurden von den Khmer-Königen der Angkor-Epoche übernommen.

 

Chenla (Zhenla)

Nachdem der Funan-König Rudravarman gestorben war, vermutlich um 550, gelang es zwei Brüdern namens Bhavavarman und Chitrasena aus der Binnenlands-Region am Mekong, die Herrscher von Funan zu stürzen. Chitrasena nahm später den Herrschernamen Mahendravarman an. Erst sein Sohn Ishanavarman, der ihm 611 folgte, wird von der chinesischen Quelle "Neue Geschichte der Tang" als derjenige angesehen, der die Eroberung Funans zum Abschluss brachte. Ishanavarman I. dehnte seinen Machtbereich außerdem nach Westen aus, bis zu der Region, die später das Kerngebiet des Angkor-Reiches werden sollte.

Es ist nicht klar, ob diese neuen Herrscher über Funan einfach nur fremde Invasoren waren. Inschriften im Raum Funan erwähnen, dass Bhavavarman ein Nachkomme von Rudravarman war. Aber da die neuen Herrscher aus nördlicheren Regionen kamen, deutet dies auf eine Verlagerung des Machtzentrums von der Küste zu den Flussebenen im heutigen Nord-Kambodscha und Süd-Laos hin. Dies scheint mit dem ökonomischen Übergang vom Handel an den Küsten- und Kanalsystemen zu einer mehr landeinwärts auf Reis-Anbau fokussierten Kultur einherzugehen. Zu jener Zeit änderten sich die Seehandelsrouten, nämlich zum offenen Meer hin, weil die Hochsee-Schifffahrt zunahm. Dies dürfte eine Hauptursache dafür gewesen sein, dass Funans binnenländische Kanalverbindungen ebenso an Bedeutung verloren wie der Isthmus von Kra. Die Straße von Malakka wischen Sumatra und dem Festland und die Sunda-Straße zwischen Sumatra und Java wurden beide in den folgenden vier Jahrhunderten durch die neue südostasiatische Vormacht zur See, das Srivijaya-Reich von Süd-Sumatra, kontrolliert und gesichert, insbesondere gegen Piraterie.

Die nun anbrechende Ära des neuen binnenländischen Machtschwerpunkts in Kambodscha wird Chenla genannt, obwohl dieser Terminus in chinesischen Chroniken auch für spätere (angkorianische) Epochen benutzt wird. Die Herkunft des Namens "Chenla" ist unbekannt, er kann nicht klar einem Sanskrit- oder Khmer-Wort zugeordnet werden. 

 

Die zeitgenössische chinesische Geschichte der Sui Dynastie und die Neue Tang Geschichte berichten, dass die Hauptstadt Funans endgültig am Beginn des 7. Jahrhunderts von Chenla erobert wurde. Obwohl die besagte Geschichte der Sui auch einen Namen des Eroberers gebraucht, der eine Transkribierung des Sanskritnamens "Chitrasena" zu sein scheint, war der König, der die Eroberung des Königreichs Funan abschloss, wie bereits erwähnt, dessen Sohn Ishanavarman, zwischen 612 und 628. Seine neue Hauptstadt Ishanapura ist das heutige Sambor Prei Kuk auf halbem Wege zwischen Mekong und dem späteren Angkor, also weitab der Küsten. Sambor Prei Kuk ist die erste große Tempelstadt in Südostasien, von der bedeutende Monumente bis zum heutigen Tag erhalten sind. Statuen aus Sambor Prei Kuk, wie etwa eine elegante und kunstvolle Durga in einer dynamisch geschwungenen Haltung (dem klassischen indischen "Tribhanga"), zeigen aber eine gewisse Kontinuität in der plastischen Kunst, ein Hinweis darauf, dass der Übergang von Funan zu Chenla weniger ein Machtverlust an ein anderes Kulturvolk war, sondern mehr eine Verlagerung in eine andere Region.
 

Ishanavarmans Nachfolger als Herrscher über Chenla wurde Bhavavarman II. Aber es war dann in der Mitte des 7. Jahrhunderts Jayavarman I., dem es gelang, eine größere Region zu kontrollieren. Es gibt viele Inschriften aus dieser Epoche, die frühesten stammen von 657. Eine von ihnen nennt ihn den "glorreichen Löwen unter den Königen, den siegreichen Jayavarman". Jayavarmans Inschriften zeigen, dass die Neugründungen und die Umorganisationen von religiösen Stiftungen, die das Agrarland kontrollierten, nun nicht länger eine lokale Angelegenheit waren, sondern von einer Zentralgewalt beaufsichtigt wurden. Verwünschungen von Missachtungen königlicher Dekrete tauchen erstmals in Jayavarmans Inschriften auf. Aufgelistete Aufgaben von Würdenträgern weisen auf eine zunehmende Komplexität der Administration hin. Zum ersten Mal wird der Terminus "mratan" benutzt, es ist der Titel eines ernannten Beamten anstelle eines erblichen Lokalfürsten (der "pon" genannt wird). Der Buddhismus genießt nicht länger eine favorisierte Stellung wie zuvor in Funan. Dieser erste Khmerkönig namens Jayavarman - der nicht zu verwechseln ist mit dem gleichnamigen Angkor-Reichsgründer, obwohl auch deren beider Identität schon als Hypothese in den Raum gestellt wurde - eroberte den gesamten mittleren Mekong-Raum (das heutige Laos), bis hin zu den Grenzen des Nanchao-Reichs (in der heutigen Yunnan-Provinz Chinas). Jayavarman I. regierte Chenla möglicherweise vierzig Jahre lang. Aber diesem bedeutenden Herrscher können erstaunlicherweise keine Baudenkmäler gesichert zugeschrieben werden.

Als Jayavarman I. starb, vermutlich 681, hinterließ er keinen männlichen Erben. Jayadevi, die seine Witwe oder seine Tochter war, folgte ihm auf den Thron. Ihre Residenz lag sehr wahrscheinlich in der Gegend des späteren Angkor. Jayadevi ist inschriftlich belegt. Sie ist die einzige weibliche nationale Herrschergestalt in der Geschichte der Khmer. Aber Lokalfürstentümer, die nach Jayadevis Tod wieder an Bedeutung gewannen, hatten ebenfalls Frauen zu Regenten, wie zum Beispiel in der wichtigsten Residenzstadt der Mitte des 8. Jahrhunderts, Sambhapura, die in der heutigen Provinz Kratie liegt. Sambhapura kontrollierte den Handel auf dem Mekongfluss ziemlich genau zwischen den beiden heutigen Staatsgrenzen zu Laos und Vietnam. In anderen Regionen gab es nennenswerte Fürstentümer wie Bhavapura, Dhruvapura, Vyadhapura und Indrapura.

 

Die chinesischen Tang-Chroniken behaupten, dass Chenla im 8. Jahrhundert in zwei Teile namens Land-Chenla und Wasser-Chenla zerfiel. Wie bereits erwähnt weisen die archäologischen Forschungen hingegen darauf hin, dass Chenla, während des 8. Jahrhunderts kein zentralisiertes Königreich mehr war, auch nicht deren zwei, sondern aus vielen verschiedenen kleinen Fürstentümern bestand, die politisch voneinander unabhängig waren.

Im späten 8. Jahrhundert wurde der küstennahe Teil Chenlas von Piraten aus "Java" angegriffen. Wahrscheinlich kamen sie tatsächlich von der Insel, die heute diesen Namen trägt. Aber man sollte dazu wissen: Der damalige Terminus "Java" kann sich auf jegliche indonesische Insel oder sogar die malaiische Halbinsel beziehen. Die Javaner nahmen küstennahe Inseln ein und benutzten sie als Basen für Raubzüge an Land. Zwischen 774 und 787 suchten sie insbesondere auch das Reich Champa heim, das im Gebiet des heutigen Zentralvietnam liegt. Eine javanische Inschrift behauptet sogar, dass das kambodschanische Festland von König Sanjaya erobert wurde, der in Ost- und Zentraljava in der Jahrhundertmitte regierte und für Piraterie bekannt war. Dieser König in der Angangsphase der javanischen Reiche ist auch unter dem Namen Rakai Mataram bekannt, was aber nur "König von Mataram" bedeutet. "Sanjaya" wird hingegen auch als Name einer folgenden Dynastie gebraucht. 

Angkor

Das Angkor-Königreich wuchs auf dem Boden der Chenla-Fürstentümer, aber eher in der Peripherie als im Zentrum des alten Chenla. Als Gründungsjahr des Angkor-Reichs wird 802 angesehen, als Jayavarman II. festlich drei Dinge vollzogen haben soll, was so aber erst eine Inschrift aus dem 11. Jahrhundert überliefert: Er erklärte die Unabhängigkeit von Java. Er ernannte sich selbst zum Chakravartin (Weltenherrscher). Er führte den Kult eines "Gott-Königs" namens Devaraja ein. "Devaraja" ist eine spätere Sanskrit-Übersetzung des ursprünglichen Khmer-Ausdrucks "kamraten jagat ta raja", was eigentlich "Herr, der über die Welt herrscht" bedeutet. Es ist in der Forschung umstritten, ob dies überhaupt ein Königstitel oder nicht vielmehr nur ein Göttername war. Der spätere Sanskrit-Ausdruck "Devaraja" heißt "Götterkönig". Damit kann beides gemeint sein: ein jenseitiger oberster Gott oder aber ein diesseitiger göttlicher König. Die ältesten Inschriften lassen sich durchaus so lesen, dass König und Devaraja nicht identisch sind, sondern ersterer nur in besonders engem Kontakt zu letzterem steht. Die verbreitete - und angesichts der unvergleichlich prachtvollen Tempelbauten naheliegende - Vorstellung von einem "Gottkönigtum" der Herrscher Angkors wird heute meist als irreführend angesehen. De facto hatten die Angkor-Herrscher nie die Machtfülle eines orientalischen Despoten wie zuvor ein Pharao in Ägypten oder der zeitgenössische Kaiser von China. Es fehlte ihnen zum Beispiel weitgehend eine zentralisierte Reichs-Administration. Angkors Könige blieben gerade in der Besteuerung stark vom Adel und sogar noch stärker vom Klerus abhängig.

Es gibt keine inschriftlichen Belege aus der besagten Gründungszeit. Obwohl die plastische Kunst im späten 8. Jahrhundert florierte, insbesondere die Darstellungen von Frauen und neue Tempelbauten (Prasat Kompong Preah und Prasat Phoum Prasat und auch Ak Yum nahe Angkor stammen aus dieser Zeit) und es auf dem Berg Kulen viele Tempel vom Beginn des 9. Jahrhunderts gibt, sind keine Reste von Bauwerken oder Skulpturen bekannt, die mit Sicherheit Jayavarman II. zugeschrieben werden können. Wie dem auch sei, Jayavarman II, eine halb mythische Figur, wurde durch die gesamte angkorianische Ära hindurch als der Reichsgründer und als vorbildlicher König verehrt.

Jayavarman III. (ca. 850-877), Sohn und Nachfolger von Jayavarman II., wurde posthum Vishnuloka genannt. Interessanterweise deutet dies eine Präferenz für Vishnu an, wohingegen andere Khmer-Könige bis einschließlich des 11. Jahrhunderts gewöhnlich Shiva als den höchsten Gott und Schutzherrn des Reichs ansahen. Jayavarman III. soll ein guter Elefantenjäger gewesen sein. Dieser König blieb kinderlos.

 

Sein Nachfolger Indravarman I. (877-889) gehörte bemerkenswerterweise der matrilinearen Abstammungslinie nach zur Familie des Reichsgründers Jayavarman II. Indravarman errichtete die großen Monumente in Roluos, nämlich Preah Ko als Palasttempel und Bakong als Reichstempel. Diese Bauten markieren den Beginn der ersten Periode klassischer Khmer-Architektur, also der Angkor-Ära. Indravarman I. legte auch den ersten großen Stausee der Khmer an. Das Reservoir wurde Indratataka genannt, es ist heute ausgetrocknet. Der Tank wurde erst fertiggestellt unter Yashovarman I. Der Tempel auf einer Insel in der Mitte des Sees, Lolei, wurde ebenfalls von Yashovarman vollendet.  

Yashovarman I. (889- ca.910) ist eigentluch der erste Angkor-König, Gründer Angkors als Stadt. Denn er verlegte die Hauptstadt von Roluos etwas weiter nach Nordwesten. Er wählte das Areal um den Hügel Phnom Bakheng, damals Yashodharagiri genannt. ("Phnom" ist das Khmerwort, "giri" der Sanskritausdruck für "Hügel".) Diese natürliche Erhebung, die mit einem Pyramidenbau als dem neuen Staatstempel Yashovarmans bekrönt wurde, bildete das Zentrum der neuen Hauptstadt, die ebenfalls den Namen des Königs trug Yashodharapura. Teile dieser ersten Stadtgründung in Angkor wurden später überschnitten von der letzten Stadt in dieser Region, Angkor Thom. Übrigens liegt das Angkor Wat an der Südostecke der älteren ersten Stadtgründung. Ihr Name "Yashodharapura" blieb während der gesamten Angkor-Ära in Gebrauch. Selbst Angkor Thom wurde noch im 13. Jahrhundert manchmal Yashodharapura genannt, wohingegen "Angkor" mehr eine Art Titel mit der Bedeutung "Hauptstadt" war denn Eigenname einer Stadt.

Eine weitere unermesslich wichtige Errungenschaft Yashovarmans I. war die Konstruktion des Yashodharatataka (Ost-Baray, heute ausgetrocknet). Dieser war ein unvergleichlich viel größerer Stausee als der Indratataka in Roluos. Der östliche Baray blieb lange das Haupt-Wasserreservoir von Angkor, er wurde an Größe erst im 11. Jahrhundert vom West-Baray geringfügig übertroffen.

Inschriften erwähnen außerdem, dass Yashovarman 100 religiöse Einrichtungen (Ashrams) stiftete, sie wurden entsprechend "Yashodharashramas" genannt. Neben vielerlei Gottheiten wurde auch der Buddha in einigen dieser Ashramas verehrt, was auf die Integration verschiedener religiöser Traditionen Indiens hindeutet, die in Indien selbst rivalisierten. Ashramas sind im Umkreis des Ost-Baray inzwischen auch archäologisch nachgewiesen, es scheint solche Einrichtungen bereits seit den Anfängen des Reichs auf dem Phnom Kulen gegeben zu haben.  


Nach dem Tod des Stadgründers von Angkor wurde der regionale Regent in Koh Ker, der zur matrilinearen Linie der königlichen Familie gehörte, bald zu einem machtvollen Gegenspieler von Yashovarmans Söhnen und Nachfolgern, Harshavarman I. und Ishanavarman II. Schließlich gelang es diesem Regionalfürsten, den Angkor-König zu stürzen. Nachdem er 928 gekrönt wurde, wählte der neue Khmer-König, der sich Jayavarman IV. nannte, seine bisherige Residenz Koh Ker als neue Hauptstadt des Reiches und verließ Angkor. Jayavarman IV. legte den Stausee von Koh Ker an, der heute Baray Rahal genannt wird. Nahezu alle bedeutenden Monumente der riesigen Tempelstadt Koh Ker stammen aus seiner Zeit. Das Skulpturen-Stil von Koh Ker wird sehr geschätzt für seine expressive Dynamik und barocke Ornamentik.

King Rajendravarman II. (944-968), der den Sohn Jayavarmans IV., Harshavarman II. stürzte, verlegte die Hauptstadt zurück nach Angkor. Erst seit Rajendravarman II. ist Angkor für Jahrhunderte die unumstrittene Hauptstadt des Khmer-Reiches und bald die mächtigste Stadt in Südostasien. Eine Inschrift am Baksei Chamkrong, einem älteren Bauwerk, das nun erst von Rajendravarman II. fertiggestellt wurde, erwähnt einen siegreichen Krieg gegen die Cham und das Niederbrennen der Cham-Hauptstadt. Eine Cham-Inschrift berichtet, er habe die Goldstatue von Bhagavati aus dem Tempel von Po Nagar verschleppt. Zeitgenössische kambodschanische Inschriften erwähnen auch buddhistische Studien dieses Königs, obwohl dessen große Tempelbauten Shiva geweiht waren: Rajendravarmans große Hinterlassenschaft sind die Pyramidentempel Ost-Mebon und Pre Rup.

Sein Sohn Jayavarman V. (968-1001) war noch nicht erwachsen, als er 968 den Thron bestieg. Seine Regierungszeit war lang und friedlich und durch eine zunehmende Bedeutung der Würdenträger am Hofe gekennzeichnet. Regierungsämter im Khmer-Königreich lagen in den Händen der königlichen Familie und einiger großer Priesterfamilien, die eine Oligarchie bildeten, nicht etwas eine Beamtenhierarchie nach chinesischem Muster. Die führenden Familien waren untereinander verschwägert und völlig separiert vom Rest der Bevölkerung. Aber obwohl sie die brahmanische Hindu-Tradition repräsentierten, benutzten sie Khmer-Namen. Der Lehrer (Guru) und wahrscheinlich auch Regent des jungen Königs war Yajnavara, zu dieser Zeit begann er den Bau des bemerkenswertesten Privattempels, Banteay Srei. Der Staatstempel des neuen Königs war Ta Keo, Angkors erste Sandstein-Pyramide.

1002 wurde Jayaviravarman I. König. Aber er hatte einen Rivalen in den östlichen Provinzen, der ein Prinz aus Tanbralinga von der malaiischen Halbinsel gewesen sein mag. Dieser Gegner errang nach fast einem Jahrzehnt Bürgerkrieg die volle Macht und nannte sich Suryavarman I. Er rechtfertigte seine Ansprüche auf den Thron durch eine Abstammung von Indravarman I. mütterlicherseits. Suryavarman I. regierte bis 1050 und wurde einer der mächtigsten Khmer-Herrscher. Möglicherweise wegen seines Status als Usurpator führte er einen Gefolgschafts-Eid ein, der von 4000 Offiziellen abgelegt wurde. Suryavarman I. hinterließ nicht viele Monumente in Angkor, aber er begann den Bau eines riesigen neuen Stausees, des West-Baray, seinerzeit das größte künstliche Reservoir außerhalb Chinas, und es blieb das größte Bauwerk der Khmer überhaupt. Er trug auch zu Irrigationsprojekten bei, aber es ist nicht sicher, ob der West-Baray ein funktionaler Bau und Teil davon war.

In den Provinzen forcierte Suryavarman I. den Neubau oder Ausbau von vielen der wichtigsten Khmer-Bauten, insbesondere Preah Vihear an der heutigen Grenze zu Thailand wurde unter diesem König vergrößert und Phimai  in Nordost-Thailand eventuell sogar von ihm gegründet. Wie Preah Vihear liegen auch Phnom Chiso (Phnom Chisor) in der heutigen Provinz Takeo und Phnom Ek (Wat Ek) nahe Battambang und Wat Phu (Vat Phou) in Laos, die von Suryavarman I. gegründet oder erweitert wurden, auf natürlichen Erhebungen.

 

Suryavarman I. forcierte Kriege, und aufgrund der Erweiterung des Territoriums unter seiner Kontrolle ist er der erste Khmer-König, der zweifelsfrei Herrscher über ein Großreich war. Er konsolidierte die Khmer-Oberhoheit in Lopburi und intergrierte das Dvaravati-Königreich und kontrollierte damit das Menam-Becken, das Kernland des heutigen Thailand. Aber es gibt keine inschriftlichen Belege, dass er auch Krieg gegen die Cham im heutigen zentralen Vietnam führte.

Udayadiyadityavarman II. (1060-1066), Sohn und Nachfolger cessor of Suryavarman I., war versiert in hinduistischen Heiligen Schriften. Er erneuerte den kambodschanischen Devaraja-Kult. Kriege mit Champa und ein Aufstand in den südlichen Provinzen, der von den Cham unterstützt wurde, wurden ausgefochten und siegreich beendet durch den berühmten Khmer-General Sangrama. Zwei weitere Revolten während der Herrschaft Udayadityavarmans II., eine im Nordwesten und eine im Osten, wurden ebenfalls von Sangrama niedergeschlagen. Udayadityavarmans bleibendes Erbe in Angkor ist der eindrucksvolle Baphuon-Tempel. Der West-Baray wurde unter seiner Regierung fertig gestellt. Sein Nachfolger wurde sein jüngerer Bruder Harshavarman III. (1066-1080).

 

Jayavarman VI. (1080-1107), ein Usurpator, wird erstmals in einer Inschrift von 1082 erwähnt. Vielleicht verbrachte er mehr Zeit in seiner Heimatstadt Phimai als in Angkor. Sehr wahrscheinlich ist der Haupt-Tempelturm von Phimai (in der Isan-Region Thailands) von Jayavarman VI. errichtet worden. Damit urde die typische Form eines Khmer-Prasat-Dachs eingeführt, die bei den fünf Türmen des Angkor Wat zur Anwendung kam.

 

Dharanindravarman I. (1107-1113) war der ältere Bruder von Jayavarman VI. Es scheint einen Gegenlönig namens Harshavarman im Süden des Reichs gegeben zu haben. Die südlichen Adelssippen wurden schließlich 1013 niedergerungen, als ein neuer König, ein Großneffe mütterlicherseits von Dharanindravarman, den Khmer-Thron usurpierte. Er wurde der mächtigste Khmer-Imperator, Suryavarman II, der König, der das Angkor Wat errichtete.

 

Suryavarman II. (1113- ca.1150) unternahm Kriegszüge gegen Champa (Annam, zentrales Vietnam) und Dai Viet (Tongking, nördliches Vietnam). Die Khmer scheinen geschlagen worden zu sein, den Inschriften ihrer Feinde zufolge. Im Gegnsatz dazu berichtet die chinesische Sung-Geschichte von einer beträchtlichen Ausdehnung des Herrschaftsgebiets der Khmer. Jedenfalls war der Einfluss der Khmer nun dominant in Festlands-Südostasien. Inschriften von Suryavarman wurden in Preah Vihear und Wat Phu gefunden, was auf eine Konsolidierung der Khmer-Herrschaft in den traditionellen äußeren Khmer-Provinzen hindeutet. Zum ersten Mal während der Angkor-Ära wurden nun Gesandtschaften an den chinesischen Kaiserhof geschickt.

 

Dharanindravarman II., ein Vetter auf der mütterlichen Seite, der Suryavarman II. um 1150 nachfolgte, war Buddhist. Nicht viel ist über Yashovarman II. (1160-1165) bekannt, der nicht der Thronfolger war. Sein älterer Bruder ging ins Exil und soll in Champa gelebt haben. Yashovarman II. wurde von einem Hofbeamten oder Stammesführer ermordet, dieser Usurpator Tribhuvanadityavarman verlor sein Leben, als die Cham, die vereits 1167 eine Serie von Angriffen begannen, nach einem Bootsangriff vom Tonle Sap aus 1177 schließlich Angkor einnahmen.  Yahovarmans älterer Bruder, der nun aus seinem Exil zurückkehrte, begann eine Art Guerillakrieg gegen die Cham-Besatzer und konnte sie schließlich besiegen. Er bestieg 1181 bestieg er den Thron, als Javavarman VII. Er unternahm sogar einen Rachefeldzug gegen das Kerngebiet von Champa und konnte es erobern. Unter Jayavarman VII. war der Khmer-Machtbereich möglicherweise noch ausgedehnter als unter Suryavarman II. tIm Westen des Reiches erstreckte er sich bis zur malaiischen Halbinsel.

 

Wie sein Vater Dharanindravarman II. war Jayavarman VII. (1181- ca. 1218) Buddhist, aber erst Jayavarman wurde der Khmer-Herrscher, der den Buddhismus als Staatskult einführte. Trotzdem blühte der Hinduismus weiter, unter den kleineren Tempeln waren ebenso viele Schiwa geweiht wie dem Mahayana-buddhistischen Herrn und Heiland Lokeshvara. Alle großen buddhistischen Monumente in Angkor sind aus der Äre Jayavarmans VII. Nachdem seine buddhistische Frau Jayarajadevi starb, heiratete der König ihre ältere Schwester Indradevi. Sie war eine buddhistische Gelehrte. In perfektem Sanskrit verfasste sie die berühmte Inschrift am Phimeanakas, die eine Biographie ihres Gemahls enthält. Frauen spielten am Hof der Khmer traditionell eine größere Rolle als in Indien oder China.

 

Das Bauprogramm Jayavarmans VII. ist beispiellos in seiner Größenordnung, aber wurde hastiger und weniger sorgfältig ausgeführt. Außer Hunderten von kleineren Schreinen errichtete Jayavarman VII. die riesigen Komplexe von Banteay Kdei, Ta Prohm, Preah Khan and Ta Som. Tausende von Dörfern wurden den Tempeln zu ihrem Unterhalt zugeteilt, während Zehntausende von Bediensteten und Arbeitern und Hunderte von Tänzern im Tempel selbst angestellt waren.

 

Um in der Lage zu sein zukünftige Cham-Angriffe abzuwehren, entschied sich der König eine unbewzingbare befestigte Stadt zu schaffen. Während sie erbaut wurde, residierte er in einer zwischenzeitlichen Hauptstadt, Preah Khan, das damals Nagara Jayasri hieß. Die neue Hauptstadt wurde Angkor Thom mit dem zentralen Heiligtum Bayon. Die Gopuram-Eingänge von Ta Prohm und Ta Som und von Angkor Thoms Stadtmauern sowie der Bayon werden überragt von kolossalen Buddha-Gesichtern. Diese emblematischen Gesichter-Türme aus Jayavarmans VII. Regierungszeit können außerdem am Prasat Bakan (Preah Khan der Preah Vihear Provinz) und in Banteay Chhmar in der Provinz Banteay Meanchey gesehenw werden. 

Indravarman II. (1219-1242?) war der Sohn von Jayavarman VII. Es gibt nicht viele inschriftliche Informationen über seine Amtszeit. Obwohl das große Zeitalter der Khmer-Architektur mit dem Tod von Jayavarman VII. zu einem abrupten Ende zu kommen scheint, Though the great age of Khmer architecture seems to have come to an abrupt end with the passing of Jayavarman VII, setzte eigentlich Indravarman die Bauprogramme seines Vaters nur fort oder modifizierte sie.

 

Jayavarman VIII. (1243-95) hatte die längste Regierungszeit in der Khmer-Geschichte. Er führte wieder den Hinduismus als Staatskult ein und ist verantwortlich für die ikonoklastische Zerstörung oder Beschädigung vieler buddhistischer Skulpturen. Aber während seiner Jahrzehnte wurden keine neuen eindrucksvollen Monumente mehr errichtet, nur der kleine Mangalartha-Tempel. Es war während der Regierungszeit von Jayavarman VIII., dass Bang Klang Thao, ein Thai-Häuptling, der eine Khmer-Prinzessin geheiratet hatte, den Khmer-Gouverneur in der oberen Memam-Flussebene besiegte. Er gründete das unabhängige Thai-Königreich von Sukothai und krönte sich selbst zum König Sri Indraditya.

Die zunehmende Macht des siamesischen Königreichs von Sukothai im 13. Jahrhundert und, näher und noch mächtiger, von Ayyuthiya im 14. Jahrhundert führten zu vielen Angriffen auf Angkor und dessen Niedergang. Die Siamesen waren ursprünglich Einwanderer aus China, die sich in den Flussebenen des Menam ansiedelten. Die Khmer nannten sie "Siam", was "Dunkle" bedeutet, sie waren willkommen als Söldner in den Armeen der Khmer. Doch der endgültige Triumph Ayyuthiyas ist nicht nur die Ursache von Angkors Niedergang, sondern auch die Folge eines ohnehin geschwächten Angkor. 

Die Gründe für Angkors Niedergang sind immer noch Gegenstand von Kontroversen. Jayavarmans VII’s übergroßes Bauprogramm und sein zusätzliche Bedarf an Militärdienst könnten zu einer Verarmung der Khmer-Bevölkerung beigetragen haben, aufgrund zu großer Besteuerung oder Abzugs zu Zwangsarbeit. Probleme durch einen Klimawandel mögen eine noch größere Rolle gespielt haben. Zusätzlich trug die zunehmende Bedeutung des internationalen Handels zu einer Verlagerung der Machtzentren in küstennahe Gebiete bei, die Thai-Kapitale Ayyuthiya (Ayutthaya) war für Hochseeschiffe erreichbar. Übrigens übernahm Ayyuthiya viele Elemente der Khmer-Kultur und integrierte sie in siamesische höfische Traditionen und Kunst. In gewissem Sinne wurde Ayyuthiya der ausländische Erbe von Angkor.

 

Theravada Buddhismus

Nicht viele Details der Geschichte der Khmer während des 14. Jahrhunderts sind bekannt. Denn es gibt keine wichtigen Inschriften, einige zeitgenössische Inschriften der Cham und Thai sind darum die Hauptquellen für Historiker, chinesische Chroniken und Reiseberichte erwähnen für die fragliche Zeit nichts über Kambodscha.

 

Das 13. Jahrhundert sah das Aufblühen und das 14. Jahrhundert den Triumph des Theravada-Buddhismus in Kambodscha, er blieb die Religion der Khmer bis zum heutigen Tag. Theravada wurde von keinem der großen Königen Angkors praktiziert - Jayavarman VII. war Mahayana-Buddhist -, obwohl Hinayana-Buddhismus (von dem Theravada eine Spielart ist) bereits aus frühesten kambodschanischen Inschriften belegt ist. Die neue Lehre, die nun vorherrschend wurde, war die singhalesische Theravada-Version Sri Lankas, sie war am Ende des zwölften Jahrhunderts von Möchen aus dem Volk der Mon in Birma eingeführt worden.

 

Aus Birma drang die singhalesische Religion zum Volk der Mon am Menam-Fluss vor, wo Theravada-Buddhismus bereits seit Jahrhunderten praktiziert wurde. In der Mitte des 13. Jahrhunderts begann diese Reformreligion sich nordwärts zu den Thai und ostwärts zu den Khmer zu verbreiten.

 

Theravada war populärer unter der normalen Bevölkerung als unter den Eliten. Aber der Aufstieg der Königreiche von Sukothai und Ayyuthiya in Thailand trug zu Missionen von Theravada-buddhistischen Mönchen auf Khmer-Territorium erheblich bei. Obwohl Siamesen und Khmer machtpolitische Rivalen waren, blieben die buddhistischen Orden in Thailand und Kambodscha traditionell eng verbunden.

 

Es gibt einen internationalen Hintergund für diese bemerkenswerte Entwicklung zur Theravada-Vorherrschaft in Kambodscha.

 

In Birma (Myanmar) hatte das Königreich Pagan (Bagan) bereits zu seinem Beginn im 11. Jahrhundert den Theravada-Buddhismus angenommen, als das Königreich der Mon in Niederbirma, das bereits Theravada praktizierte, erobert und integriert wurde. Aber am Ende des 12. Jahrhunderts wurde eine neue Theravada-Linie in Myanmar eingeführt, und es war diese Linie, die schließlich im 15. Jahrhundert die offiziell anerkannte in Birma (Myanmar) wurde und, bereits früher, die Nachbarländer der Mon, Thai und Khmer beeinflusste und prägte. Unter den Mon, die im Territorium des heutigen Thailand lebten und ethnisch mit den Khmer verwandt sind, gab es Pioniere, die in der birmanischen Reformbewegung involviert waren. Deren neue Theravada-Linie ist die Mahavihara-Tradition. Sie wurde aus Sri Lanka eingeführt. Das 12. Jahrhundert sah den endgültigen Niedergang des Buddhismus in Indien, aufgrund von muslimischen Invasionen. Als einzige vorwiegend buddhistische Kultur in Südasien verblieb die des singhalesischen Volks auf der Insel Sri Lanka, das bereits seit einem Jahrtausend den Ruf eines Zentrums buddhistischer Gelehrsamkeit innehatte. Auf Sri Lanka waren die Heiligen Schriften des Theravada-Buddhismus, der sogenannte Tipitaka "Dreikorb", erstmals schriftlich niedergelegt worden.

Während der Regierung von Birmas König Narapatisithu entschied sich der junge Mönch Chapata (Sapada), der ein Mon war, nach Sri Lanka zu reisen, um dort die originale Form des Theravada zu studieren, die sogenannte Mahavihara-Tradition, und den birmanischen Orden demgemäß zu reformieren. Mahavihara war der Name des Theravada-Klosters in Sri Lankas früherer Hauptstadt Anuradhapura, aber es wurde zur einzigen offiziellen Religion der Insel erst nachdem Anuradhapura bereits verlassen war.

 

Chapatas Reise, mit einer Zeremonie zur Neu-Ordination auf Sri Lanka, führte zu einem Schisma statt zu einer Reform im birmanischen Orden des 13. Jahrhunderts. Allerdings waren Chapatas Gefolgsleute erfolgreich als Missionare in den benachbarten Regionen am Menam-Fluss. Die dort neu gegründeten siamesischen Königreiche, die die Unabhängigkeit von der Khmer-Hegemonie erringen konnten, nahmen die singalesische (Sri Lankas) Mahavihara-Typ von Theravada-Buddhismus an und machten sie zur offiziellen Staatsreligion, damals in bewusster Abkehr von den Hindu-Kulten des Khmer-Imperiums.

Es wird behauptet, dass unter den Begleitern, die mit Chapata nach Sri Lanka segelten und von dort die singhalesische Theravada-Linie der Ordination in Südostasien einführten, ein Khmer-Prinz war, ein Sohn von Jayavarman VII. Wie dem auch sei, die Lehren der neuen Theravada-Sekte wurden von missionierenden Mönchen im Laufe des 13. Jahrhunderts nach Kambodscha gebracht, mit fast revolutionärer Wirkung. Anders als Schiwaismus, Vishnuismus und Mahayana-Buddhismus, die von den Eliten des Reiches verfügt worden waren, wurde die neue Religion der einfachen Bevölkerung gepredigt. Bäuerliche Khmer waren während der Jahrhunderte von hinduistischen und buddhistischen Staatskulten Animisten geblieben, weitgehend unberührt von jenen ausländischen Religionen. Aber die Basis der neuen Theravada-Tradition war das Dorf statt des königlichen Hofs. Statt Pomp und ausgefeiltem Zeremonial lehrten die Mönche Meditation und waren einem Leben der Bescheidenheit und Entsagung zugewandt. Anders als die Hierarchie in der Hauptstadt waren sie im direkten Kontakt mit dem Volk. Die neue missionarische Theravada-Sekte löste eine Bewegung aus, die die Khmer in den Schoß der Theravada-Gemeinschaft führte, bis zum heutigen Tag.  

Indravarman III. (1295-1308), auch Srindravarman genannt, war erfolgreicher als sein Vorgänger und Stiefvater Jayavarman VIII., Angkors Macht gegenüber dem Sukothai Königreich zu konsolidieren. Dessen Stärke nahm ab, nachdem der bedeutende König Rama Kamheng gestorben war, der als eine Art Gründer Thailands gilt. Indravarman III. ist der erste Angkor-König, der persönlich den Theravada-Buddhismus bevorzugte. Er unterstützte Mönche, und ihm wird nachgesagt, dass er manchmal selbst dass Leben eines Mönchs führte oder dass er sogar das Theravada als neue offizielle Staatsdoktrin einführte. Eine Inschrift von 1309 belegt eine Schenkung an ein buddhistisches Tempelkloster gegen Ende seiner Regierungszeit.

Es war während seiner Regentschaft, dass der chinesische Gesandte Zhou Daguan Angkor besuchte. Seine Schrift wird "Zhenla Fengtu Ji" (Kambodschanischer Bericht) genannt, sie ist die wichtigste ausländische Quelle über die Geschichte von Angkor. Übrigens bemerkte Zhou Daguan, dass Theravada die vorherrschende Religion und buddhistische Klöster die meistverehrten religiösen Einrichtungen jener Zeit geworden waren.

Unter König Jayavarman IX. (Jayavarman Borommeshvara, 1327-36) wurde Pali statt Sanskrit am Hof benutzt. Pali ist die alte Sprache der Theeravada-Schriften. Sehr wahrscheinlich war es dieser König, der bei der Einführung von Theravada in Laos durch Heiratspolitik beteiligt war, seine Tochter spielte eine Schlüsselrolle.

Theravada-buddhistische Heiligtümer wurden aus Holz errichtet. Das ist einer der Gründe, warum es seit dem 14. Jahrhundert keine Steinbauten mehr in Angkor gibt, obwohl es weiterhin Haupstadt war.

Die malaiische Halbinsel und die indonesischen Inseln nahmen den Islam von Muslimen aus Arabien, Persien und Indien an, aber die Volkskultur, die im Kern animistisch blieb, wurde gleichzeitig von hinduistischen Elementen der Hofkultur durchdrungen. Gleichzeitig und parallel dazu nahm Festland-Südostasien (außer Vietnam) die buddhistische Variante Sri Lankas an, aber südostasiatische Traditionen wie der Geister- Und Ahnenverehrung blieben vorherrschend und Hindu-Elemente der Eliten fanden Eingang in die Volkskultur. Die eingängigen Vehikel zur Vermittlung von Hindu-Traditionen in Ländern, die zum Islam oder zum Theravada-Buddhismus konvertierten gleichermaßen, waren Rezitationen und Darbietungen von indischen Mythen und Epen, insbesondere des Ramayana. Das 17. Jahrhundert sah den Höhepunkt der Khmer-Literatur. Khmer-Versionen des indischen Ramayana-Epos wurden recht populär, die bedeutendste wird Reamker genannt.   

Die Geschichte von südostasiatischen Königen während der frühen Theravada-Jahrhunderte wird in Chroniken erzählt, die aus viel späterer Zeit stammen. Sie sind voller politischer Propaganda und religiöser Ansinnen und persönlicher Anekdoten, sie können nicht als so zuverlässig wie chinesische Chroniken und Reiseberichte und inschriftliche Belege angesehen werden. Darum ist nicht viel über die pilitischen Entwicklungen Kambodschas zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert bekannt. Die chinesische Ming Geschichte erwähnt den Empfang von 10 Gesandtschaften aus Kambodscha zwischen 1371 und 1403.

 

Nach 1350 scheint es nahzu unentwegt Kämpfe zwischen den Siamesen und Khmer gegeben zu haben. Die neue siamesische Hauptstadt Ayyuthiya (Ayutthaya) war näher und viel bedrohlicher als zuvor Sukothai in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Im frühen 15. Jahrhundert begannen auch die Cham wieder Angkor anzugreifen, als dieses durch die Kämpfe mit Ayyuthiya geschwächt war. Schließlich wurde Angkor 1431 durch den siamesischen (Thai) König Boromaraja nach siebenmonatiger Belagerung eingenommen. Ein siamesischer Prinz wurde als Marionettenkönig auf den Thron gesetzt, aber bald auf Betreiben des Khmer-Prinzen Ponhea Yat ermordet. Ponhea Yat wurde in Angkor gekrönt, aber er entschied 1432, die bedrohte Stadt zu verlassen und zu evakuieren. Zuerst diente Basan am linken Mekongufer als seine Residenz, 1434 wurde Phnom Penh erstmals die neue Hauptstadt, aber nur kurzzeitig.

 

Ausländische Interventionen

Auch als Angkor 1432 aufgrund einer siamesischen Intervention vom königlichen Hofstaat aufgegeben und die Hauptstadt in die Region Phnom Penh verlegt worden war, blieb Angkor bewohnt. Angkor Wat wurde ein buddhistisches Kloster, das Pilger anzog. König Ang Chan I. (1516-1566) stiftete drei weitere riesige Bas-Reliefs für die Gallerien von Angkor Wat. König Ang Chan, der nahezu ein halbes Jahrhundert regierte, war der mächtigste Khmer-Monarch nach dem Fall Angkors. Er unternahm sogar Kriegszüge auf siamesischem Gebiet. Ang Chan machte Lovek zu seiner Hauptstadt und umgab es mit steinernen Befestigungswällen. Ang Chan war frommer Buddhist, er schmückte Lovek mit Pagoden.
 

Nachdem Ang Chan gestorben war (1566?), wählte sein einziger Sohn Barom Reachea I. für sein Hauptquartier die Region Angkor, von wo aus seine Armeen zeitweise sogar die Khorat-Region im Nordosten Thailands unterwarfen.

 

Schließlich aber, under Barom Reacheas Sohn und Nachfolger Satha (1576-1594?) wendete sich das Blatt endgültig gegen Kambodscha, nachdem sich die siamesische Hauptstadt Ayyuthiya von birmanischen Invasionen erholt hatte. Der Thai-General und spätere König Naresuan fiel in Kambodscha ein, vielleicht bereits 1581. Nachdem er den siamesischen Thron 1590 bestiegen hatte, gelang es den Siamesen 1594, die Khmer-Hauptstadt Lovek einzunehmen.

 

Mit König Sathas Regierungszeit beginnt eine Periode der kambodschanischen Geschichte, über die weit mehr bekannt ist. Zwei Arten neuer Quellen liefern hilfreiche Informationen, nämlich Inschriften am Angkor Wat und spanische und portugiesische Berichte. Diogo do Couto schreibt über eine Entdeckung Angkors lange bevor französische Kolonialverwalter den Mythos in die Welt setzten, ein vergessenes Reich im Dschungel entdeckt zu haben. Es gibt Belege, dass katholische Missionare die Ruinen irgendwann zwischen 1583 und 1589 besucht haben müssen, auf Einladung König Sathas.

 

Eine neue Hauptstadt der Khmer wurde in Oudong südlich von Lovek 1618 gegründet, aber die Könige regierten hier nur zeitweise unabhängig in einem Pufferstaat zwischen zwei zunehmend mächtigeren Nachbarn im Osten und Westen. Gewöhnlich gingen sie nur abwechselnde vasallenartige Verhältnisse mit Siam oder Vietnam ein. Die vietnamesische Besiedlung des Mekong-Deltas führte Ende des 17. Jahrhunderts zu dessen Annektierung. Am Beginn des 18. Jahrhunderts gelang es der vietnamesischen Nguyen-Dynastie, die interne Rivalitäten in der kambodschanischen Königsfamilie ausnutzte, ihre Oberhoheot bis an den Golf von Thailand auszudehnen. Der kambodschanische König Ang Em in Oudong war eine Marionette der Vietnamesen. Unterstützt von den Siamesen kehrte sein Rivale Ang Tham 1737 nach Kambodscha zurück. Er verlegte die Hauptstadt nach Phnom Penh. Das Hin und Her von siamesischer und vietnamesischer Kontrolle wurde nur 1776 durch eine kurze Periode der Unabhängigkeit und Ang Non unterbrochen, als die Nguyen-Herrscher in Vietnam durch interne Aufstände geschwächt waren.

Im Jahre 1791 wurden 10.000 Khmer als Bauarbeiter für die neu gegründete Thai-Hauptstadt Bangkok deportiert. Als Kambodschas König Ang Eng 1794 in Bangkok gekrönt wurde, überließ er Siam die westlichen Landesteile Kambodschas inklusive Angkor und Battambang.
 

Französisches Protektorat

Im 19. Jahrhundert  detzte sich der Machtkampf zwischen Siam und Vietnam um Kontrolle über Kambodscha fort. Vietnamesische Würdenträger am Hof in Kambodscha suchten die Khmer zur Annahme von vietnamesischen Sitten zu zwingen. Dies löste einen Aufstand gegen die Vietnamesen aus und führte zu einer weiteren siamesischen Intervention. Der siamesisch-vietnamesische Krieg (1841–1845) endete mit einem Übereinkommen, die Oberhoheit über das Land aufzuteilen.

 

Nach wieerholten Bitten um französischen Beistand wurde ein Französisches Protektorat 1863 eingerichtet. 1987 unterzeichnete König Norodom, der mit siamesischer Hilfe auf den Thron gehoben worden war, einen Vertrag mit Frankreich, der die siamesische Suzeränität über Kambodscha aufhob. aber im Gegenzug die siamesische Annexion der westlichen Provinzen hinnahm. Kambodscha wurde ein Teil der Französischen Indochina-Union mit Cochinchinba, Annam, Tonking und Laos. Nach dem Tod König Norodoms 1904 wurde sein Bruder Sisowath mit französischer Unterstützung auf dem Thron installiert. 1906 wurden die Provinzen Battambang und Siem Reap wieder an Kambodscha angetreten, gemäß einem Grenzvertrag zwischen Frankreich und Thailand.

 

Während des Zweiten Weltkriegs unterzeichnete 1940/41 das Vichy-Regime einen Vertrag mit Japan, der japanischen Truppen den freien Durchzug durch Französisch Indochina gestattete. Die thailändische Regierung schlachtete ihre japanische Rückendeckung aus und besetzte erneut die kambodschanischen West-Provinzen.

 

1941 wurde der junge Norodom Sihanouk, ein Enkel König Sisowaths mütterlicherseits, von den Franzosen inthronisiert. Kambodscha blieb ein Protektorat Frankreichs bis 1953.

 

Independent kingdom

Im März 1945 erklärte der junge König Norodom Sihanouk ein unabhängiges Königreich, im Auftrag der japanischen Besatzungsmacht. Nachdem der zweite Weltkrieg in der Pazifikregion zu einem Ende gekommen war, kam es zur Restaurationd der französischen Kolonialherrschaft in Kambodscha. Als Ergebnis fränzösischer Gerichtsurteile und Transfers von Hoheitsrechten bezüglich Polizei, Justiz und Streitkräften erklärte Norodom Sihanouk, der das demokratisch gewählte Parlament und die Regierung 1952 aufgelöst hatte, die Unabhängigkeit sei vollendet. Aber eine

After World War II came to an end in the Pacific region, the French were reimposed their colonial rule in Cambodia. As a result of French court verdicts and transfers of souvereignty concerning police, jurisdiction and armed forces, Norodom Sihanouk, who had dissolved the democratically elected parliament and government in 1952, declared that independence had been fully achieved. But the situation remained uncertain until 1954, when a conference was held in Geneva to settle the French Indochina war. Aber die Frage der völligen Souveränität blieb ungewiss bis 1954 eine Konferenz in Genf den französischen Indochinakrieg beilegte.

Sihaniuk dankte 1955 an, sein Vater wurde König. Sihanouk formte eine nationale Parteien-Allianz, wobei er Gegner dieses Einigungsprozesses unterdrücken ließ. Sihanouks neue Sangkum Partei geann alle 91 Sitze in der Nationalversammlung. Primierminister Sinhaouks Priorität war die Niederschlagung einer militanten linken Widerstandsbewegung in Kambodscha. Neutraltität war das Kernelement seiner auswärtigen Politik während der 50er Jahre. Sie wurde in den 60er Jahren heikel, als der Vietnamkrieg die ganze Region in Mitleidenschaft zu ziehen drohte. Sihanouk entschied, die militärische Zusammenarbeit mit den USA zu beenden, um jenen linken Kräften entgegen zu kommen, die er in seine Regierung zu integrieren suchte. Er gestattete vietnamesischen Kommunisten, die östlichen Gebiete Kambodschas als Versorgungsweg für südvietnamesische Kämpfer zu durchqueren, den sogenannten Ho-Chi-Minh-Pfad. Aber als die Vietnamesen begannen den Hafen von Sihanoukville für militärischen Nachschub zu nutzen, unternahm Sihanouk Schritte die Beziehungen mit den vereinigten Staaten zu reparieren. Sihanouk scheint ein Auge zugedrückt zu haben, als die Nixon Administration einen geheimen Bombenkrieg namens "Operation Frühstück" gegen vietnamesische Stellungen in Kambodscha startete. Die Flächenbombardements, die 1969 starteten, geschahen ohne Zustimmung des US Senats.

Sihanouk wurde bei einem Militärputsch vom Primierminister General Lon Nol 1970 abgesetzt, General Lon Nol übernahm die Macht und schuf später die Monarchie ab. Lon Nol brachte Kambodscha wieder ganz auf eine Linie mit den Verinigten Staaten.

 

Die Luftwaffe der Vereinigten Staaten warf eine größere Bombenlast über Kambodscha ab als sie und ihre Alliierten über Deutschland und Japan insgesamt während des Zweiten Weltkriegs abgeworfen hatten (mitgerechnet die beiden Atombomben). Neben Korea und Vietnam ist Kambodscha damit zu einem der drei am schwersten bombadierten Länder der Weltgeschichte geworden. Die Gesamtzahl der Kambodschaner, die bei den Luftangriffen getötet wurden, wird auf 600.000 geschätzt. Zum Vergleich: 600.000 ist auch die Zahl der Deutschen, die durch die Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg getötet wurden. Deutschland hatte 1940 80 Millionen Einwohner, wohingegen in Kambodsha 1970 8 Millionen Menschen lebten. Dies bedeutet: Aufgrund der Luftkriege starben 0,75 % der deutschen Zivilisten. Während des Vietnamkrieges starben 7,5 % der kambodschanischen Zivilisten in einem nicht erklärten Krieg. Dies war nur der Beginn der kambodschanischen Tragödie, aber eine ihrer Wurzeln, denn der Terror eines fremden Kriegs zerstörte Kambodschas ziviles Leben und förderte die Unterstützung für "Freiheitskämpfer" gegen ausländische Aggressoren und nationale Unterdrücker. Nixons Bombenkampagnen ebneten den Weg für das Terroregime von Pol Pot.
 

Rote Khmer

Bereits 1973 war die kommunistische Guerilla, selbst nahezu ohne nordvietnamesische Militärhilfe,  eine ernsthafte Bedrohung für die Regierungstruppen, sie kontrollierte 60% des Territoriums und 25% der Bevölkerung. 1974 war Lon Nols Machtbereich aud kleine Enklaven um die Städte und Nationalstraßen herum geschrumpft. Aufgrund der Luftangriffe und des Bürgerkriegs gab es mehr als 2 Millionen Flüchtlinge, 25 % der Gesambevölkerung. Sie flohen nach Phnom Penh und in andere städtische Zentren.

Die Roten Khmer nahmen Phnom Penh 1975 ein. Unter der Führung Pol Pots wurde das Land offiziell in Demokratisches Kampuchea umbenannt. Obwohl der Sieg der Roten Khmer 1975  Pol Pot an die Macht brachte, diente blieb Sihanouk, während des ersten Jahres, der repräsentierende Präsident, bis er unter Hausarrest gestellt wurde und ins chinesische Exil ging.

Das neue Regime, das sich am Maoistischen China und seinem "Großen Sprung nach vorn" orientierte, ordnete die umgehende Evakuierung der Städte an. 3,5 Menschen, Einwohner wie Flüchtlinge, hatten die Hauptstadt zu verlassen, die gesamte Einwohnerschaft wurde auf Zwangsmärschen landwirtschaftlichen Arbeitsprogrammen zugeführt. Die Ambition des neuen Regimes wart es, die Agrarwirtschaft des Landes nach dem Vorbild der Blütezeit Angkors wieder aufleben zu lassen, aber kollektiviert. Kambodscha schaffte Privateigentum und Geld ab. Die neuen Machthaber zerstörten systematisch buddhistische Klöster, beseitigten westliche Medizin, schlossen Schulen und öffentliche Bibliotheken und merzten alles aus, was als bürgerlich oder westlich angesehen wurde. Brillen zu tragen, einen Doktortitel zu führen, Angehöriger eines Unternehmers zu sein oder eine Fremdsprache zu beherrschen konnte mit dem Tod geahndet werden. Familien wurden zur Trennung gezwungen.    

Dieser Horror war keineswegs Ausgeburt einer Geisteskrankheit oder von purem Sadismus oder reiner Zerstörungswut von verrückten oder schlechten Menschen. Pol Pot war weder ein unfreundlicher Kerl noch war er ein allmächtiger Diktator der Art von Stalin oder Hitler mit ihren Vernichtungsplänen. Vielmehr war die kambodschanische Tragödie die unvorhergesehene Konsequenz eines ausgefeilten intellektuellen Konzepts, das unter westlichen Akademikern recht verbreitet war: Die in Paris ausgebildeten Führer der Roten Khmer, Khieu Samphan, Ieng Sary, Son Sen und Saloth Sar (Pol Pot) hatten von europäischen Marxisten gelernt, dass das Bewusstsein der Leute auf subtile Weise vergiftet war - und blieb - durch kulturelle Überbauten der feudalen und kapitalistischen Epochen. Darum versuchten nun die kambodschanischen Gesellschaftsreformer - in Bewunderung für Mao - diese kontraproduktive kulturelle Welt gründlich auszumerzen.    

Unverdorbene Minderjährige, die ohne Ausbildung belassen blieben, nur ideologisch geschult wurden, wurden autorisiert, die Wächter des anbrechenden nationalen kollektivierten ländlichen Paradieses zu sein, frei von jeglichen subversiven Einflüssen und Infiltrationen. Automechanismen eines uneingeschränkten Moralhüter-Systems mögen - neben dem Kriegs-Hintergrund und linker Sozialromantik - ein weiterer Schlüsselfaktor für die Eskalation zur totalen Grausamkeit des Regimes der Roten Khmer sein. Kambodscha wurde geradezu in ein landesweites Stanford-Prison-Experiment a la Zimbardo transformiert.

Schätzungsweise 2 Millionen Kambodschaner, etwa 30% der Bevölkerungm,die die Luftangriffe überlebt hatte, starb während der 4 Jahre von Pol Pots Herrschaft. Fast die Hälfte von ihnen wurde erschlagen - nicht erschossen - von jugendlichen Aufsehern, eher willkürlich als nach einem systematischen Plan. Sie wurden niedergemacht als ideologisch Verdächtige oder wegen schierer Ineffizienz. Personen wurden hingerichtet, weil sie mangelnden Eifer zeigten oder nach mehr Nahrung suchten oder um verstorbene Angehörige weinten. Die andere Hälfte der Opfer starb aufgrund der Lebensverhältnisse in Zwangsarbeitslagern, nämlich Verhungern und Erschöpfung und fehlender medizinischer Versorgung. Allerdings wurden die Minderheiten der Vietnamesen und Chinesen und Cham in einer Weise verfolgt, die Völkermord genannt werden kann. Nach Verfolgung und Flucht war die vietnamesische Bevölkerung Kambodschas hinterher aif unter 20% reduziert. Die Hälfte der muslimischen Cham wurde getötet, ein Ziel dabei war die Verringerung ihrer Anzahl. Dessen ungeachtet waren die meisten Opfer ethnische Khmer, Mitglieder der Mehrheitsgruppe. Jeder Einbwohner war in Gefahr. Bezüglich der Opferzahlen waren jene berüchtigten Vernichtungsstätten, die "Killing Fields"  genannt werden, eher die Spitze des Eisberges, da die meisten Opfer in jenen Jahren nahe ihren Häusern oder Arbeitsstätten zu Tode kamen. 
 

Vietnamesische Invasion

Nachdem die Roten Khmer Dörfer in Vietnam angegriffen hatten, kam es 1978 zu einer vietnamesischen Invasion in Kambodscha. 1979 nahmen die Vietnamesen die Hauotstadt Phnom Penh ein und setzten Heng Samrin als Staatsoberhaupt ein. Die neue Regierung, die von ausländsichen Truppen abhängig war, wurde, obwohl sie die schlimmsten Gräueltaten beendete, von westlichen Staaten verurteilt, die weiterhin die Pol Pot Clique als kambodschas rechtmäßige Regierung ansahen.

 

Die Kämpfer der Roten Khmer Pol Pots konnten weiterhin Gebiete im Nordwesten des Landes kontrollieren und die neue Regierung militärisch bekämpfen, ihr Guerillakrieg wurde von China und den USA unterstützt, das Vietnam, das die neue kambodschanische Regierung stützte, mit der Sowjetunion verbündet war. Der Bürgerkrieg löste eine Flucht von 600.000 Kambodschanern in Flüchtlingslager an der thailändischen Seite der Grenze aus. Friedensverhandlungen, die 1989 in Paris begannen, führten 1991 zu einem Friedensabkommen. 1992 wurde die Übergangsverwaltung der UN in Kambodscha (UNTAC) eingerichtet, die den Waffenstillstand überwachte, die Flüchtlinge repatriierte und die Macht an eine gewählte Regierung zu übertragen.

In von den UN beaufsichtigten Wahlen gewann 1993 Prinz Ranariddhs royalistische FUNCINPEC Partei 45.5% der Stimmen, gefolgt von Hun Sens Kambodschanischer Volkspartei und der Buddhistischen Liberaldemokratischen Partei. Eine Allparteien-Koalition wurde gebildet und verabschiedete eine neue Verfassung, mit Einsetzung Prinz Sihanouks als König mit repräsentativen Aufgaben. Prinz Ranariddh and Hun Sen wurden Erster und Zweiter Ministerpräsident.

die mit dem frühen Gebrauch von aus Planken gezimmerten Booten in Verbindung gebracht werden, 

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